Buchsbaumwanderweg an der Mosel mit Wow-Effekt

Der Buchsbaumwanderweg ist ein sehr schöner, aussichtsreicher Weg, der durch eine abwechslungsreiche Landschaft führt. Durch Weinberge und Wald, über Felsen, Leitern und Treppen. Ach ja, da fehlt noch was: links und rechts des Weges wächst wilder Buchsbaum. Es sollen die größten Buchsbaumbestände nördlich der Alpen sein, die sich wahrscheinlich schon die Römer mitgebracht haben.

Ich bin jetzt mal ganz ehrlich: wenn mir keiner gesagt hätte, dass das Buchsbaum ist, was da wächst, es wäre mir nicht aufgefallen. Denn wenn ich Buchsbaum höre, denke ich immer an die akkurat zurechtgestutzt und in Kugel- oder Spiralform gebrachten Pflanzen, die in Parks oder Gärten stehen. Die sucht man auf dem Buchsbaumwanderweg vergeblich (den fiesen Zünsler übrigens auch). Der wilde Buchsbaum in seiner Urform ist ein eher unscheinbares Gewächs, das mehrere Meter hoch werden kann.

Blick auf Karden

Der Buchsbaumwanderweg ist Teil des Moselsteiges.  Ich bin ihn von Müden aus gelaufen. Er ist nur vier Kilometer lang, aber die haben es in sich. Vor allem , wenn die Sonne kräftig scheint. Dann heizt sich nämlich der Schiefer in den Weinbergen auf, und dann hat man warm von oben, von unten und oft genug auch von der Seite.

Schiefer-Stufen am Buchsbaumwanderweg

Das heißt: auf jeden Fall genügend zu Trinken mitnehmen im Frühjahr und im Sommer, denn es geht immer wieder rauf und runter. An manchen Stellen ist der oft schmale Pfad mit Seilen gesichert. Denn da geht es über Felsen.

Buchsbaumwanderweg mit Seilen gesichert

Diese Abschnitte sind nie lange und mit Wanderschuhen oder Trailrunning Schuhen gut zu gehen.  Doch sollte man sich entscheiden, ob man den vielen Booten, Wasserskifahrern oder Schleppern auf der Mosel seine Aufmerksamkeit widmen möchte, oder vielleicht doch lieber die Treppenstufen und Felstritte im Auge behalten möchte.

Buchsbaumwanderweg mit Aussicht

Zwischendurch quert man auch ein Bächlein, an dem man sich erfrischen kann.  Immer wieder muss ich anhalten und fotografieren. Denn es gibt so viele schöne Aussichtspunkte.  Richtig spektakulär wird es aber, als ich kurz vor dem Abstieg nach Karden auf dem so genannten Kompes-Köppche zu einer Hütte mit Bänken und Tischen und einer Aussichtsplattform komme.

Das Kompes Köppche
Das Kompes-Köppche

Der Kardener Uhrmacher und Goldschmied Rolf Vogelmann hat hier alles zusammen mit einem Freund ausgebaut und schön hergerichtet. Ein herrliches Fleckchen, von dem man gar nicht mehr weg möchte. Aus 200 Meter Höhe kann man nicht nur auf den Moselort Treis-Karden, auf die Brücke zwischen Treis und Karden und auf die Mosel schauen. Hier hat man einen sensationellen lick Blick vom Hunsrück bis in die Eifel. Und wenn man so viel Glück wie Rolf Vogelmann hat, dann zeigt sich vielleicht auch diese Smaragdeidechse, die hier oben in einer 1 A Lage wohnt.

Smaragdeidechse
Smaragdeidechse, Foto: Rolf Vogelmann

Rolf Vogelmann bietet Wein und andere Getränke gegen eine Spende an, um den Aussichtspunkt noch weiter ausbauen zu können. Ich habe das Angebot gerne angenommen. Und das obwohl ich normalerweise tagsüber keinen Wein trinke. Aber dieses schöne Fleckchen Erde musste ich gebührend feiern. Denn hier oben wohnt das Glück!

Aussichtspunkte am Kompes-Köppche
Aussichtspunkte am Kompes-Köppche

Deshalb verspürte ich – mein Weinglas in der Hand – auch überhaupt kein Bedürfnis weiter nach Karden runter zu wandern und mit der Bahn nach Müden zurück zu fahren. Das ist problemlos möglich. Wenn man sich das antun möchte, kann man auch an der Bundesstraße zurück laufen. Oder aber die Wanderung erweitern und noch einen Schlenker über die Burg Elz machen. Ich entschied mich dazu, einfach denselben Weg zurück zu gehen. Denn die Aussichten, die man zuerst im Rücken hat, hat man ja jetzt vor sich und sind somit neu.

Blick auf Müden
Blick auf Müden

Zum Kompes-Köppche kann man übrigens auch mit dem Auto fahren – also fast. Ein bisschen muss man schon noch zu Fuß gehen. Von Karden aus führt der Weg über die Windhäuser Höfe zu diesem schönen Aussichtspunkt.

 

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