Herrlicher Panoramaweg – „Paradies-Rundweg“ in Polch/Kaan

Der „Paradies-Rundweg“ gehört zu meinen „Hausstrecken“.  Kein Wunder, ich wohne ganz in der Nähe. Aber immer wieder sehe ich auch Autos mit Koblenzer Kennzeichen, die am Eingang des Weges parken. Dieser 4,5 Kilometer lange Rundweg führt durch die Felder des Maifeldes und weil die sich je nach Jahreszeit ja ständig verändern, hat auch dieser Rundweg immer wieder einen neuen Reiz  und ist wahrhaft paradiesisch.

Mal hat man eine tolle Aussicht auf blühenden Raps, dann auf goldgelbes Getreide und später auf abgeerntete Felder mit oder ohne Strohballen. Dieser Abschnitt auf dem Rapsfoto gehört nicht zum eigentlichen Paradies-Rundweg, kann aber als Abstecher eingebaut werden. Der Paradiesweg, wie ihn die Polcher kurz nennen, verläuft über weichem Waldboden  oder auf sandigen Feldwegen. Insgesamt lässt sich der Weg auch hervorragend mit dem Mountainbike befahren.

Paradiesweg Strohballen

Wunderschön ist der Paradies-Rundweg im Frühjahr, Herbst und Winter sind dann natürlich nicht mehr so prickelnd. Aber wenigstens haben die Maifelder hier etwas Wald. Bäume haben ja Seltenheitswert in dieser Gegend. Deshalb gefällt mir der Paradies-Rundweg gleich noch mal so gut.

Und auch wegen der vielen Schieferfelsen, der Schneeglöckchen, die hier im Frühjahr in rauhen Mengen zu finden sind und wegen der Graureiher, die dem Polcher Bach immer wieder mal einen Besuch abstatten. Man wandert zu Beginn durch schönen Laubwald und später führt der Weg um das Wäldchen herum.

Zu Beginn des Weges finden sich auffallend viele Ameisenhaufen. Ein Zeichen für aktiven Vulkanismus? Der Geologieprofessor Ulrich Schreiber von der Uni Duisburg-Essen hat die Theorie aufgestellt, dass die Ameisen besonders gerne auf Erdspalten sitzen und je nachdem, was sich im Erdinneren tut, bewegen sie sich mehr oder weniger intensiv. D.h. sie könnten Erdbeben voraussagen, so der Professor. Er hat zu dieser Theorie übrigens einen spannenden Roman geschrieben: „Die Flucht der Ameisen“. Das Buch ist sogar verfilmt worden. Hier mein Film zum Thema. Zugegebenermaßen nur halb so spannend und spektakulär, dafür aber absolut authentisch.

Ein Teil des Paradies-Rundweges geht am Polcher Bach entlang. Im Sommer eine beliebte Erfrischung für die Hunde.

Wer den Paradies-Rundweg verlängern möchte, dem empfehle ich, bevor der Weg in Serpentinen übergeht und ansteigt, weiter geradeaus zu gehen.

Und zwar Richtung Rüber. Dort kann man durch ein kleines Naturschutzgebiet, das Feuchtgebiet im Nothbachtal, laufen und entlang einer Pferdekoppel und einer Ziegenweide wieder Richtung Paradies-Rundweg zurück wandern. Sehr idyllisch und sehr schön zu gehen.

Dann geht es wieder auf den eigentlichen Paradies-Rundweg zurück. Über besagte Serpentinen in sanfter Steigung bergan. Auf dem Gipfel angekommen, hat man einen wunderbaren Blick über das Maifeld bis in den Hunsrück. Jetzt wäre eine Sitzbank super. Leider sieht die öfter mal so aus:

Und wer sich mangels Einkehrmöglichkeit auf dieser Strecke ein Vesper eingepackt hat, der sollte besser im Stehen essen. Denn man sitzt hier zwar sehr schön im Grünen, was da rund um die Bank und den Tisch wächst,  sind allerdings Brennesseln. Autsch!

Hübsch positioniert auch das Hinweisschild. Jetzt Vorsicht, Satire: es hat einen eigenen Platz am Tisch bekommen und soll wohl darauf hinweisen, nicht zu viel zu essen, weil man sonst nicht mehr weiter wandern kann. Und die zweite Hälfte des Weges muss ja noch geschafft werden.

Doch die schöne Aussicht entschädigt uns für den entgangenen Komfort. Noch einmal Richtung Münstermaifeld schauen und dann geht es zwischen den Feldern zurück zum Ausgangspunkt, der an der Straße zwischen Polch und Kaan liegt. Zum Schluss hat man noch einen schönen Blick auf die Vulkankegel der Eifel.

Zu viele Menschen sollten allerdings nicht auf die Idee kommen, hier wandern zu wollen, denn auf der Landstraße zwischen Polch und Kaan gibt es zwar ein Hinweisschild auf den Wanderweg, aber keinen Parkplatz. Meistens hat man aber Glück und kann am Anfang des Weges oder an der Straße parken. Der Paradies-Rundweg ist nicht wirklich überlaufen. Vor dem Schützenhaus in Polch können wesentlich mehr Autos parken. Auch hier kann man die Wanderung starten. Aber an der Umgehungsstraße, wo es zum Schützenhaus abgeht, fehlt wiederum der Hinweis auf den Paradies-Rundweg.

Die Wanderung dauert je nach Gehgeschwindigkeit zwischen 1 und 1 1/2 Stunden ohne die Verlängerung über das Nothbachtal.  Wer aber das Nothbachtal mit einbezieht und auf dem Paradiesweg zudem noch einen Abstecher auf eine Anhöhe zum so genannten Kolpingkreuz macht, der kann hier gut und gerne einen halben Tag verbringen.

Wer nach dem Wandern in der Nähe einkehren möchte, dem empfehle ich die Bauernschmause in Polch oder das LandGut Loch zum Kaffee trinken. Hier gibt es eine große Auswahl an leckeren Kuchen. In Münstermaifeld gibt es Herzhaftes in Löffel’s Landhaus. Ich habe alle drei Lokalitäten ausgiebig getestet und für ausgesprochen gut befunden. Zwei davon habe ich auf MeineEifel.de bereits vorgestellt: Löffel’s Landhaus und  die Bauernschmause.

„Der Paradies-Rundweg“ mit Hund

Ich laufe diesen wunderschönen Rundweg immer wieder mit meinem Hund. Hunde mit Jagdtrieb sollten aber unbedingt angeleint werden, da es hier vor Rehen und Wildschweinen nur so wimmelt. Rehe können einem in der Abenddämmerung schon fast über die Füße laufen.

Im vergangenen Frühjahr, das sollte man an dieser Stelle nicht verschweigen, ist ein Hund gestorben, nachdem seine Besitzerin mit ihm auf diesem Weg gegangen ist. Zwei andere Hunde hatten schwere Vergiftungserscheinungen. Wodurch die ausgelöst wurden ist bis heute nicht klar. Erst kürzlich hörte ich, dass sie von mit Medikamentenrückständen belasteten Pferdeäpfeln gestammt haben könnten. Andere vermuteten damals infizierte Gülle als Ursache. Seit letztem Jahr ist jedenfalls nichts mehr vorgekommen und ich bin den Weg immer wieder mit meinem Hund gegangen. Wenn die Felder allerdings gerade gedüngt oder gespritzt werden, achte ich darauf, dass er auf den Wegen bleibt und auch nicht ins Wasser geht.

Mehr Informationen zum Paradies-Rundweg findet ihr auf der Homepage der Verbandsgemeinde Maifeld.

Und hier noch ein paar mehr Fotos vom Paradiesweg:

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