Zughundetraining in der Eifel

Sie winsel und jault, hechelt und bellt: die belgische Schäferhündin Malu von Nadja und Carsten Jakobs aus Kelberg in der Eifel. Sie liebt es, vor dem Fahrrad herzulaufen und mitzujoggen. 

Deshalb ist der Zughundesport der richtige Ausgleichssport für das junge Kraftpaket. „Der Hund muss Spaß daran haben, das ist Grundvoraussetzung,“ sagt Markus Behr. Er arbeitet nach einem Konzept von  Martin Rütter und bildet bundesweit Zughunde und ihre Besitzer aus. Der  Hundetrainer ist in Üxheim-Ahütte zuhause.

Markus Behr mit seinen Zughunden beim Joggen, Foto: Désirée Eklund
Markus Behr mit seinen Zughunden beim Joggen, Foto: Desirée Eklund

Das muss ein Zughund können

Egal, ob die Hunde vor einen Schlitten gespannt werden sollen, vor einen Skooter, vor ein Fahrrad, einen Jogger oder eine Inline-Fahrerin. Sie müssen alle dasselbe können: aufs Wort hören und Kommandos kennen, mit denen der Hundebesitzer sie lenken kann. Denn die belgische Schäferhündin Malu beispielsweise kann den Tacho von Carsten Jakobs auf bis zu 40 km/h hochjagen. Da sollte ein plötzlich auftauchender Hund nicht interessanter sein als der Feldweg unter Malus Pfoten.

Carsten Jakobs und seine belgische Schäferhündin Malu, Foto: Desirée Eklund
Carsten Jakobs und seine belgische Schäferhündin Malu, Foto: Désirée Eklund

Während Carsten Jakobs lieber mit dem Zughund Fahrrad fährt, hat seine Frau Nadja mehr Spaß am Joggen. Auch das machen viele  Hunden nur zu gerne mit. Und der Jogger bekommt mit 1 „HS“(Hundestärke) mehr Tempo drauf. Wenn im Gelände mit dem Hund gefahren oder gelaufen wird, dann nennt sich das Canicross.

Joggen mit dem Zughund
Joggen mit dem Zughund

Mein Hund ist zwar auch so etwas wie ein Zughund, wenn er mich an der Leine hinter sich herzieht. Immer wieder geflashed von neuen Gerüchen. Genau deshalb wird meine Darja aber nie ein richtiger Zughund werden. Sie würde mich viel zu oft ausbremsen, weil sie mehr Spaß am Schnüffeln als am Laufen hat. 

Welcher Hund eignet sich als Zughund?

In erster Linie sind es natürlich die typischen Schlittenhunde wie die Huskies, die man nicht nur vor den Schlitten, sondern eben auch vor das Fahrrad spannen kann. Aber auch Schnauzer, Riesenpudel oder Boxer und viele andere Familienhunde eigenen sich dafür. Ich war bei einem Kurs dabei, den Markus Behr in Hillesheim in der Eifel abgehalten hat.

Zughundetraining in Hillesheim in der Eifel
Zughundetraining in Hillesheim in der Eifel

Da waren sämtliche Hunderassen vertreten, nur keine Huskies. Als blutige Anfänger mussten die Hunde zuerst einmal lernen, dass sie jetzt ausnahmsweise ziehen dürfen. Sie bekommen ein spezielles Zuggeschirr angelegt, so wie ihre Hundebesitzer auch. Die haben einen Gurt um den Bauch. Dort hängen sie die Zugleine ein. Beim Training lockt eine zweite Person den Hund zu sich – und los geht’s, wenn auch erst einmal nur für ein paar Meter.

Was ich gesehen habe, sah schon sehr vielversprechend aus. Denn bereits beim ersten Treffen werden ein stabiler Scooter (Tretroller) und ein Mountainbike eingesetzt. Natürlich ging der Praxis bei diesem Workshop erst einmal viel Theorie voraus. Z.B. habe ich mit Erstaunen gehört, dass man einen Hund bei einer Temperatur von mehr als 15 Grad schon nicht mehr vor das Fahrrad spannen sollte. Und dass er auch Probleme bei hoher Luftfeuchtigkeit hat. Markus Behr trainiert Mensch und Tier bestimmt und trotzdem einfühlsam. Er sagt, Zughundesport verstärkt nicht zuletzt auch die Bindung zwischen Mensch und Tier.

Kurse für Zughundesport

Wer sich für so ein Zughundetraining interessiert, kann sich direkt an Markus Behr wenden. Wer schon Zughundesport betreibt, hat vielleicht Spaß, sich dem  Zughundeverein Eifel anzuschließen. Und wer weiß, vielleicht kommen Mensch und Tier dabei auch so in Topform, wie das hier in diesen beiden tollen Video zu sehen ist.

 

 

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