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Das perfekte Urlaubsfoto – Fototipps vom Profi

So gelingen Urlaubsfotos

Für viele von euch wird es demnächst in den Urlaub gehen. Und dann werdet ihr die Erinnerungen an die schönste Zeit des Jahres festhalten wollen. Aber wie gelingen gute Fotos und was sind überhaupt gute Fotos? Das wollte ich von Sven Nieder aus Daun wissen. Der sympathische Fotograf und Verleger ist weit gereist und hat dabei jede Menge Fotos und Bildbände gemacht, dir ihr euch auf der  Homepage von Sven Nieder anschauen könnt. Das hier ist Sven Nieder:

Sven Nieder, Fotograf und Verleger

Und ich habe gleich seinen  ersten Tipp befolgt, als ich ihn im Forum Daun bei den „Dauner Fototagen“ im März fotografiert habe.

Fototipp Nr. 1: Das Hauptmotiv nie direkt in die Mitte setzen

Im Fachjargon nennte man das den „Goldenen Schnitt“, wenn man eine Person, ein Tier oder einen Baum nicht direkt in der Mitte platziert, sondern im rechten oder linken Drittel des Fotos. Wollte man den Begriff ganz genau erklären, würde das sehr technisch werden. Aber ich denke, es ist klar, was gemeint ist. Wer mehr wissen möchte, dem empfehle ich die Seite Online-Fotokurs.

Um ein richtig gutes Urlaubsfoto zu machen, braucht man  keine teure Kameraausrüstung. Es kommt viel mehr darauf an, Stimmungen einzufangen und die Menschen mit einzubeziehen, die uns am Herzen liegen, sagt Sven Nieder.

Fototipp Nr. 2: Fotos machen, die Emotionen wecken

Das ist z.B. das Foto von den eigenen Kindern, die sich wie in meinem Fall vor vielen Jahren an der Atlantikküste mit dicken Backen die Pommes in den Mund stopfen, bzw. dem Bruder selbige vom Teller klauen:

matthias pommes ich klaue

Der Hintergrund ist alles andere als malerisch. Im Nachhinein frage ich mich: waren wir in diesem Gartenlokal wirklich willkommen? Außerdem sind die Gesichter meiner Kinder auf diesem gescannten Foto leicht verschwommen. Trotzdem mag ich es sehr. Genauso wie dieses, das wahrscheinlich nur für eine liebende Mutter schon perfekt genug ist:

am Brunnen

Kein anderes Foto dieses Urlaubs und schon gar keine Landschaftsaufnahme schafft es, bei mir so lebendige Erinnerungen zu wecken wie diese Bilder.

Fototipp Nr. 3: Einheimische in das Foto einbeziehen

Personen zu fotografieren heißt: nahe ran mit der Kamera. Bei Freunden und Verwandten ist das kein Problem. Wie sieht das aber bei fremden Menschen aus? Wenn wir auf dem Bazar in Marokko z.B. einen Händler mit Turban fotografieren wollen? Auch das ist möglich, sagt Sven Nieder. Aber hier sollte man erst mit den Leuten sprechen, ob sie das wollen. Denn natürlich gilt das Recht am eigenen Bild für alle, weltweit. Am besten man verwickelt sie in ein Gespräch und sei es mit Händen und Füßen. Wie hier bei meinem Costa Rica Urlaub. Auf diesem Markt hat sich einer mehr  gefreut als der andere, dass er in einem deutschen Fotoalbum oder wie hier auf meinem Blog landet.

Mercado Costa Rica

Und ich selbst habe an so einem Foto noch mal mehr Spaß als wenn ich nur Obst und Gemüse fotografiert hätte.

Fototipp Nr. 4: Das Licht muss stimmen

Natürlich will man auch zeigen, wo man im Urlaub war und wie die Gegend aussieht. Landschaften so zu fotografieren, dass sie spannend wirken, ist aber gar nicht so einfach.  Hierbei kommt es vor allem auf die richtige Tageszeit und das richtige Licht  an, sagt der Dauner Fotograf Sven Nieder. Möglichst nie zur Mittagszeit bei gleisender Sonne fotografieren. Morgens und Abends ist das Licht sehr viel besser, bzw. atmosphärischer.

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Und manchmal braucht man viel Geduld und ganz viel Glück, dann gelingen auch solche Treffer: Sven Nieder hat hier eine steinzeitliche Kreisgrabanlage, das sogenannte Sonnenobservatorium von Goseck in Sachsen Anhalt fotografiert wie es so schnell keiner aufs Foto bekommen wird.

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Fototipp Nr. 5: Das Meer aus einer interessanten Perspektive zeigen

Wenn die Reise ans Meer geht, dann soll natürlich auch das aufs Bild. Meerfotos sind aber schnell langweilig, wenn man die Kamera einfach drauf hält. Erst recht, wenn man im Urlaub dummerweise eine Schlechtwetterphase erwischt hat.

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Sven Nieder rät deshalb, die Perspektive zu verändern. In die Hocke zu gehen oder mit dem Wasserrand auf Augenhöhe zu gehen und wo möglich, Felsen und Steine mit einzubeziehen, so wie er das hier getan hat.

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Fototipp Nr. 6: Gebäude aus ungewöhnlichen Perspektiven  fotografieren

Aus der Hocke heraus lassen sich auch Gebäude mal aus einer ganz anderen Perspektive aufnehmen. Mit außergewöhnlichen Perspektiven Überraschungseffekte erzeugen.

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Fototipp Nr. 7: „Vordergrund macht Bild gesund“

Das bedeutet nicht unbedingt, dass man die Freundin immer vor den Eifelturm oder vor den Schiefen Turm von Pisa stellen sollte, bevor man auf den Auslöser drückt. Es bedeutet vielmehr, dass man mit einem Zweig, einem Felsen oder einem Baum im Vordergrund  den Hintergrund eines Fotos sehr gut aufwerten kann. Hier zwei weitere Beispiele, die Sven Nieder meinem Eifelblog zur Verfügung gestellt hat.

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Fototipp Nr. 8: Weg von den Postkartenmotiven

Wer nicht viel mehr fotografiert, als das, was man auch als Postkarte am Kiosk kaufen kann, der wird nach seinem Urlaub kaum jemanden finden, der an seinen Fotos echtes Interesse hat. Nicht mal der Fotograf selbst wird Jahre danach Spaß an solchen Bildern haben. Deshalb fasst Sven Nieder noch einmal die zwei wichtigsten Regeln für gute Urlaubsfotos so zusammen: „Finden Sie die besondere Perspektive und binden Sie die Menschen ein, die Sie lieben.“

 

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