Eifelkultur, Literatur aus der Eifel

„Mord mit Eifelblick“ von Ralf Kramp

Der Eifelkrimi „Mord mit Eifelblick“ ist ein Roman aus Ralf Kramps Herbie Feldmann-Reihe. Eingefleischte Fans des Eifelkrimi-Autors werden bei dem neuen Krimi  automatisch zugreifen, andere werden Herbie Feldmann schnell ins Herz schließen. Einen junger Mann, der immer wieder zufällig in Kriminalfälle schlittert und diese löst. „Mord mit Eifelblick“ ist sein neunter Fall. Feldmann wird von dem unsichtbaren Julius begleitet. Ein vorlautes Phantom – an das sich der Leser seines ersten Herbie-Feldmann-Krimis erst einmal gewöhnen muss. Das ist aber schnell passiert, denn Julius sorgt mit kessen Sprüchen und zahlreichen Gags für beste Unterhaltung.

Buchcover Ralf Kramp "Mord mit Eifelblick"

Worum es in „Mord mit Eifelblick“ geht

Herbie Feldmann muss auf den Hund der Freundin seiner Tante aufpassen. Wie es der Zufall will, braucht ein Filmteam, das in der Eifel dreht, genau so einen Hund. Feldmann wird im Hotel „Eifelblick“ einquartiert, das zusammen mit der bekannten Schauspielerin Hildegard Laresser die Hauptrolle in dem Film spielt. Es ist die Neuverfilmung einer beliebten Serie aus den 60er Jahren. Schon damals hat die heute in den USA lebende Diva die Hauptrolle gespielt. Ganz entgegen der landläufigen Meinung, dass der Mörder immer der Gärtner ist, ist er in diesem Fall das Opfer. Er taucht plötzlich mitten am Filmset im Gefolge seines Rasenmähers auf. Tot. Die Polizei vermutet einen Unfall. Wir Krimifans wissen es natürlich besser, auch wenn es nach der Entdeckung der Leiche erst einmal um ganz andere Dinge geht. Es geht um Herbies unerzogenen Pflegehund Agamemnon, der keine Filmkarriere zu erwarten hat, um die frustrierte Hotelbesitzerin, ihre sprunghafte Serviererin, die desillusionierte Diva, sowie deren aufdringlichen Verehrer und Vorsitzenden des Hildegard-Laresser-Fanclubs. Zwischendurch vergisst man leicht, dass es sich hier um einen Krimi handelt, bis Herbie Feldmann sich in den letzten Kapiteln leichtfüßig und mit schnellem Erfolg an die Lösung des Falles macht.

„Mord mit Eifelblick“ – „Cosy Crime“ und Hommage an Agatha Christie

„Mord mit Eifelblick“ erinnert in seinem „Cosy-Crime-Stil“ an Agatha Christie, die First Lady der Kriminalliteratur. Der so genannte „Kuschelkrimi“ ist kein actiongeladener Thriller mit blutrünstiger Handlung und abartigen Tötungsmethoden. Oft steht nicht einmal der Kriminalfall im Vordergrund. Es sind viel eher die Charaktere des Romans und die Welt, in der sie leben, bzw. die Region. Auch das Erzähltempo ist im Cosy-Crime gedrosselt. Es ist gemütliche Unterhaltungsliteratur. So wie wir sie von Agatha Christie kennen. Besonders aus ihrer Krimireihe um „Miss Marple“. Die alte Dame mit den weißen Haaren, unbändiger Neugier und unnachgiebiger Hartnäckigkeit.

Als Hommage an Agatha Christie hat Ralf Kramp alle Titel ihrer Kriminalromane in sein Buch eingebaut. Wer das vorab weiß, hat vielleicht noch mal mehr Spaß beim Lesen. So kann er auf Titeljagd gehen. Kleiner Tipp: es sollten am Ende 66 sein!

Mein Fazit

Ein unterhaltsamer Krimi für kalte Wintertage und ebenso gut geeignet als Strandlektüre. Für mich hätte er ruhig etwas spannender sein dürfen. Aber wer gerne noch einen Krimi auf die Nacht liest, muss zumindest keine Angst haben, dass ihn Alpträume plagen. Mit sporadisch aufploppendem Gekicher wird sich der Partner im Doppelbett allerdings abfinden müssen.

Mehr zum Autor gibt es in meinem Blogbeitrag über sein ebenfalls lesenswertes Buch „Schuss mit lustig“. Wer die Gelegenheit hat, Ralf Kramp live zu erleben, der sollte sie unbedingt wahrnehmen. Es ist ein großes Vergnügen, seine immer auch sehr humorvollen Krimis von ihm vorgelesen zu bekommen.

Ralf Kramp, „Mord mit Eifelblick“, KBV-Verlag, 12 Euro, auch als E-book direkt beim Verlag erhältlich.

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