Aktive Auszeit im „Lykia Gäste- und Seminarhaus“

Es ist jetzt fünf Jahre her, dass ich an einem trüben Novembertag die Begriffe „Yoga“ und „Türkei“ bei Google eingab. Ich wollte den Winter verkürzen und mit Yoga bei angenehmen Temperaturen eine Woche Urlaub verbringen.  Google bescherte mir das „Lykia“ und und ich liebe Google dafür. Inzwischen bin ich fünf Mal im „Lykia“ gewesen, weil es einfach wunderschön ist. Der leuchtend blaue Pool auf der ausgedehnten Sonnenterrasse, die wunderbare Meeresbucht von Adrasan und die gesellige Atmosphäre unter netten Menschen.

Yoga an der lykischen Küste, Pool Lykia

Yoga-Urlaub an der Lykischen Küste  im „Lykia“

Das Yoga im „Lykia“ ist vom Grundansatz her Hatha-Yoga. Aber  es variiert, je nachdem, wer gerade die Yogastunden gibt. Nicht immer ist es meine Lieblingsyoga-Lehrerin Nina, die zusammen mit Ismail ihrem türkischen Mann,  das „Lykia“ leitet. Aber auch andere machen einen tollen Job. So wie in diesem Jahr Sanem und Nadine. Sie folgen alle dem Grundsatz:  nicht höher, schneller und weiter sondern sie wollen, dass jeder nach seinen Möglichkeiten mitmachen kann. Sie passen sich den Gruppen an. Bei ihnen habe ich Asanas gemacht, die ich bislang noch gar nicht kannte. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich kein eingefleischter Yogi bin, sondern nur noch hin und wieder Yoga in den Alltag einbaue, nachdem meine sehr geschätzte Yin-Yoga-Lehrerin Stefanie Arend aus der Vordereifel nach Köln gezogen ist.  Aber zurück in die Türkei. Im Lykia merken sich die Yogalehrer zu Beginn jeder Woche die Namen aller Gäste und ihre jeweiligen Zipperlein und gehen dann während dem zwei stündigen Yoga ganz individuell auf jeden ein.

Yoga an der Lykischen Küste, Yogahalle

Sie korrigiert und gibt Tipps. Und wenn sie vor der Endentspannung herum geht und jeden Einzelnen zudeckt, dann tut das einfach nur gut. Wellness für Körper und Seele. Oft wird im „Lykia“ auch Softyoga und dynamisches Yoga parallel angeboten. Es kommt  aber auch vor, dass Special Guests, Yogaexperten der verschiedensten Richtungen Extrastunden anbieten, die dann allerdings auch extra kosten. Häufig sind neben den „normalen“ Gästen auch Gruppen vor Ort, die mit ihrem eigenen Yogalehrer anreisen und in einer der beiden Hallen ihr eigenes Programm absolvieren.

Alles kann, nichts muss

„Alles kann, nichts muss“ – das ist das Motto im Lykia. Das Programm ist ausgesprochen umfangreich. Eine Herausforderung für Morgenmuffel: damit man nicht noch mehr ins Schwitzen kommt,   geht es schon sehr früh  zu Meditation und Yoga. Erst danach gegen halb elf gibt es Frühstück. Alles Gewohnheitssache, habe ich festgestellt. Das tolle Frühstücksbuffet entschädigt für das lange Warten und Yoga mit vollem Magen ist ja auch wirklich nichts. Den Rest des Tages kann man tun und lassen, was man möchte, oder aber an Ausflügen teilnehmen.

Yoga an der lykischen Küste, die Umgebung

Zum Beispiel wird ein Ausflug zu den antiken Stätten von Olympos oder zu den Feuern der Chimaera angeboten. Teils sind sie im Preis inbegriffen, teils kosten sie zusätzlich. Massagen, Mantrasingen, stille Wanderungen und immer wechselnde Programmpunkte lassen keine Langeweile aufkommen. Und wer will kann sich auch künstlerisch betätigen.

Yoga an der lykischen Küste, Kunst im Lykia

So kann dann zum Beispiel ein Wochenplan im Lykia aussehen.

Yoga an der lykischen Küste, Wochenplan

Ja, liebe Freunde des geregelten Alltags. Selbst im Urlaub müsst ihr nicht auf euren Terminplaner verzichten. Wer allerdings nur in einer der zahlreichen Hängematten, auf den Sonnenliegen, in einem der zahlreichen Kösks oder am Meer chillen möchte, der kann das im „Lykia“ natürlich auch  tun.

Das Lykia – ideal für Singles und Alleinreisende

Vergesst Gruppenreisen und organisierte Singlereisen – das Lykia ist der ideale Urlaubsort für Alleinreisende, die nicht alleine sein wollen. Allerdings nur für diejenigen, die sich keinen Mann angeln wollen. Die anderen wären enttäuscht, denn Männer sind im „Lykia“ Mangelware. Die, die regelmäßig Yoga machen, werden sich das aber schon denken können. Yoga ist immer noch weitgehend Frauensache. Was doch eigentlich ein guter Grund für Männer sein sollte, sich einmal mit Yoga zu beschäftigen. Wer sich also über weibliche Gesellschaft freut  und immer jemanden zum Quatschen, Diskutieren und Lachen haben möchte, der ist im „Lykia“ bestens aufgehoben. Es wird nie langweilig, ich habe immer ausgesprochen interessante Leute kennengelernt und aus nahezu jedem Aufenthalt habe ich bleibende Freundschaften mit nach Hause genommen. Wer allerdings seine Ruhe haben möchte und lieber alleine ist, hat ebenfalls die Möglichkeit, sich zurückzuziehen.

Wandern rund ums „Lykia“

Zusätzlich zum Yoga bietet das „Lykia“ auch jeweils eine Wanderwoche im April und im November an, dann wenn es noch nicht oder nicht mehr so heiß ist. Die Wanderrouten verlaufen teilweise auf dem wunderschönen lykischen Wanderweg oberhalb des Meeres mit tollen Ausblicken. Je nachdem wie heiß es gerade ist, können die Wanderungen allerdings recht anstrengend werden. Mich hat eine Wanderung tatsächlich schon an meine Grenzen gebracht und nie habe ich so ein gutes Bier getrunken, mit dem einer der netten „Lykia“-Mitarbeiter am Endpunkt schon auf uns gewartet hat. Ebenso froh war ich, als wir zusammen mit Ismail und Hermes, dem Haushund, im Pickup zurück ins Lykia gefahren wurden.

Yoga an der lykischen Küste, Ismail

Weil die Kondition bei jedem unterschiedlich gut ist, stellt Ismail eine gute Mischung von ganz leichten bis anspruchsvollen Touren zusammen. So dass für Jeden etwas dabei ist.

Yoga an der lykischen Küste, Wandern im Lykia

Ganz wunderbar ist die Bootswandertour, die während der Yogawoche extra kostet, in der Wanderwoche aber im Preis inbegriffen ist. Hier wird erst eine ganze Weile gewandert und der Rückweg führt per Boot über kleine Buchten und Badestopps zurück nach Adrasan. Besonders beliebt ist hierbei eine Schlammkur, die immer für viel Spaß sorgt. Hinterher hat man immer eine ganz zarte Haut.

Yoga an der lykischen Küste, Schlammbad

Das kulinarische „Lykia“

Grundsätzlich wird im „Lykia“ vegetarisch gegessen. Gemüse und Salate in allen Variationen. Das Frühstück ist meine Lieblingsmahlzeit: mit  tollen Omelettes, Rühr- oder Spiegelei frisch zubereitet. Es gibt leckeres Jogurth, frisches Obst,  Käse, Oliven und Säfte und Selbstgebackenes. Besonders oft landen bei den Mahlzeiten Auberginen auf dem Teller. Kein Wunder: die werden hier überall angebaut. Rund um Adrasan ist Gemüseanbau angesagt. Im Frühjahr gibt es zuckersüße, saftige Orangen, im Sommer frische Feigen und im Herbst  tiefrote Granatäpfel in Hülle und Fülle. Am samstäglichen Abschiedsabend, an dem es oft Livemusik gibt, zeigt sich allerdings, wer wirklich „eingefleischter“  Vegetarier (ich liebe dieses Wortspiel) ist. Da wird nämlich Fisch und Hähnchen oder auch Lammköfte vom Grill angeboten, und es wird immer kräftig zugegriffen.

Yoga an der lylischen Küste, Buffet im Lykia

Ein Mal in der Woche gibt es Gözleme. Eine Art dünne Pfannkuchen, die die freundlichen Küchenhilfen auf traditionelle Art auf dem Holzfeuer zubereiten. Dazu gibt es Ayran. Sehr lecker!

Wer sich jetzt schon einmal kulinarisch auf seinen Türkeiurlaub einstimmen möchte, für den habe ich Köchin Havanna eines meiner Lieblingsrezepte abgeluchst.

Tahin Soslu Patlican – Auberginen in Tahin -Sauce

4  große Auberginen
1 Esslöffel Kus üzümü (winzig kleine Korinten aus dem Türkischen Supermarkt)
1 Wasserglas helles Tahin (Sesampaste)
2 Esslöffel Olivenöl
10 Gramm Walnüsse gehackt
Saft einer 1/2 Zitrone
1 Esslöffel Weinessig
1 Zehe Knoblauch
1 Teelöffel Kreuzkümmel gemahlen
1 mittelgroße Zwiebel
etwas glatte Petersilie
Öl zum Frittieren der Aubergine

Yoga an der lykischen Küste, Auberginen

Zubereitung:
Den Strunk der Auberginen entfernen und die Früchte von oben nach unten schälen, dabei jede 2. Reihe stehen lassen, so das sie gestreift aussieht. Sodann im heißen Öl frittieren, bis sie weich sind und etwas zusammenfallen. Dazu kann man auch eine Pfanne mit reichlich Öl nutzen, in der man die Auberginen nach und nach wendet. Die frittierten Auberginen auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Für die Sauce Zwiebel und Knoblauch in feine Schneiben schneiden und in einem Topf zusammen mit dem Öl andünsten, bis sie glasig sind. Sesampaste, Zitronensaft, Essig und Walnüsse dazugeben, kurz mitdünsten und dann alles vermischen.
Die abgetropften, frittierten Auberginen in eine Servierform geben. Mit der Sauce übergießen und mit der gehackten Petersilie nach Belieben garnieren.
Alternativ kann man dieses Gericht auch als Meze, als kalte Vorspeise servieren und die Hälften in Spalten schneiden. Dann genauso frittieren, bis sie etwas braun und weich sind. Abkühlen lassen.  Die Sauce nach der Zubereitung kalt werden lassen und die Auberginen mit der Sauce vermischen.

Mehr  zum Yogaurlaub im „Lykia“ und zum Urlaub in der Türkei

Ihr wollt mehr über diesen Yogaurlaub an der Lykischen Küste im „Lykia“ erfahren? Dann schaut mal auf die Homepage des „Lykia“.

Wer mehr über die Türkei und das Reisen in der Türkei allgemein lesen möchte, dem empfehle ich den  Türkeireiseblog  des Österreichers Thomas Jeltsch. Hier gibt es auch Empfehlungen, wie ihr an günstige Flüge  kommt. Die müsst ihr nämlich selbst organisieren und buchen, wenn ihr ins „Lykia“ wollt. Und Thomas Jeltsch schreibt auch immer über die aktuelle Sicherheitslage in der Türkei.

Sicherheit in der Türkei

Ein ganz wichtiges Thema ist im Moment die Frage: kann ich wegen der momentanen politischen Lage beruhigt in die Türkei reisen und dort Urlaub machen? Diese Frage muss natürlich jeder selbst für sich beantworten. Und er muss es aushalten können, wenn jeder zuhause ihm von einer Reise in die Türkei abrät. Auch ich habe dieses Mal lange gezögert, zu groß aber war die Sehnsucht nach diesem magischen Ort. Einmal dort, habe ich mich an der Lykischen Küste und vor allem im „Lykia“, sehr sicher gefühlt. Vergessen waren alle mulmigen Gefühle, die ich vorab hatte. Schon im letzten Jahr war deutlich spürbar, dass viel weniger Touristen ins Land kommen und auch ins Lykia. Das schadet der einheimischen Bevölkerung und den Betreibern von Hotels oder solcher Anlagen immens, und es tut mir für Nina und Ismail und ihre Mitarbeiter furchtbar leid. Es wäre schrecklich, wenn dieser wunderbare Ort dadurch in seiner Existenz gefährdet würde. Viele Hotels haben ja schon dicht gemacht. Wenn ihr mehr zur Sicherheitslage in der Türkei erfahren wollt, findet ihr auch jede Menge Informationen im Türkeireiseblog. Hier könnt ihr auch einen Newsletter abonnieren, der euch immer auf dem Laufenden hält.

Das Schmerzlichste, was mir bei meinem diesjährigen Yoga- Urlaub an der lykischen Küste passiert ist, war das: ich habe mir mindestens drei Mal am Tag meinen Kopf an einem Granatapfel angestoßen, der in der Mitte des Weges zu meinem Zimmer baumelte. Wenn’s weiter nichts ist….

Zum Schluss möchte ich noch auf einen weiteren Blogartikel verweisen, in dem es um das „Lykia Gäste- und Seminarhaus“ geht. Ihr findet ihn im Weltreiseforum von Oliver Zwahlen. Er schreibt über die Yogaerfahrungen eines Anfängers im „Lykia“. Ich habe ihn dort kennengelernt und da er es mehr mit Schreiben als mit Yoga hatte, hat er viel Zeit gehabt um mir gute Tipps in Sachen Bloggen zu geben. Durch ihn habe ich erst damit angefangen. Danke Oli, es macht wirklich Spaß.

1 Antwort
  1. Oli sagte:

    Hallo Martina,
    vielen Dank für die Erwähnung. Es freut mich zu sehen, dass all meine kleinen Tipps und Tricks etwas geholfen haben und dass meineeifel ein so schöner Blog geworden ist. Weiter so!
    Gruss,
    Oliver

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