Sommerraum Gillenbeuren

19.06.2018

Kunst, die frische Luft atmen darf, sind meistens Skulpturen. Und so sind es auch Skulpturen aus Holz und Metall, Mobiles aus Damennylons oder Kunstwerke aus anderen Recyclingmaterialien, die am 24. Juni 2018 im Garten des Künstlerehepaars Dorothea Kirsch und Oreste von der „Kunstbaustaelle Gillenbeuren“ zu sehen sind. 

Die beiden haben in dem kleinen Eifeldorf vor vielen Jahren ihre zweite Heimat gefunden. Auf dem parkähnlichen Gelände mit Bäumen, Blumen und Büschen stellen 17 Künstler aus ganz Deutschland ihre Werke aus. Werke, die sie teilweise speziell für diesen Naturraum geschaffen haben. So will der Klangkünstler Bernd Bleffert aus Trier mehrere Instrumentensaite quer durch den Garten spannen und sie bespielen. Ich habe in den letzten 15 Jahren, die es den Sommernachts-raum gibt, immer wieder mal vorbei geschaut, und war jedes Mal begeistert. Ganz leicht kommt man mit den Künstlern ins Gespräch. Gartenparty mit Liveband und Spießbraten ist auch wesentlich chilliger als so eine etepetete-Indoor-Vernissage im Grand Hotel. So kann man hier Leute aus dem Dorf oder dem Nachbarort treffen, aber auch Galeristen aus der Großstadt und viele Stammgäste, die einfach neugierig und offen für Kunst aller Art sind. Statt Canapés gibt es Siedewürstchen und Kuchen. Hier ein paar Eindrücke aus den Vorjahren:

Das „Theater der Dinge“ wird mit Objekten in einer abgedunkelten Garage kleine Stücke aufführen. Man kann gespannt sein. Im letzten Jahr wurde die „Wasserkesselpaukenpfeifen-Sinfonie“ gespielt. Mit von der Partie – wie könnte es anders sein – ein Teebeutel.

Wer will, kann hier auch das ein oder andere Stück erwerben. Und ohne zu wissen, was in diesem Jahr ausgestellt wird, kann ich schon heute garantieren, dass er oder sie ein Einzelstück erwerben wird. Oder kennen Sie jemanden, der einen Heizungskörper mit Schafkopf im Garten stehen hat?

Gastgeberin Dorothea Kirsch wird Mobiles und aus Metall geschmiedete Riesenblätter in ihrem Garten ausstellen. Nicht mit dabei sein wird in diesem Jahr dieses „Regenmacher-Kunstwerk“. Es wurde von der Veranstaltung ausgeschlossen, weil es nach Auskunft der Künstlerin in der Vergangenheit zuverlässig für den ein oder anderen Regenschauer gesorgt hat. Und das kann man als Veranstaltung einer Open-Air-Ausstellung nun wirklich nicht wollen. Ich habe die Installation im Atelier von Dorothea Kirsch stehen gesehen und war sofort fasziniert davon. In den Kakteenarmen der „Regenmacher“ sind Getreidekörner, die unglaubliche Geräusche erzeugen, wenn man an dem Rad dreht und die Körner hin und her rieseln. „Regenmacher“, das habe ich auch erst von Dorothea Kirsch gelernt, sind Percussion Instrumente.

Mein Tipp fürs Wochenende: „Sommernachts-raum“ in Gillenbeuren am 24.6.2018 zwischen 11 und 19 Uhr.