Ein Traum von „Traumpfad“ – der „Nette-Schieferpfad“

Die „Traumpfade“ im Kreis Mayen-Koblenz sind längst kein Geheimtipp mehr. Sie sind ein Touristenmagnet geworden, weil die insgesamt 26 „unverlaufbaren“ Rundwege durch die schönsten Landschaften des Kreises Mayen-Koblenz führen. Einige davon auch durch die vulkanische Osteifel. Schöne Aussichten und abwechslungsreiche Natur garantiert.

Einer meiner Lieblingstraumpfade ist der neun Kilometer lange „Nette-Schieferpfad“, der in dem unscheinbaren Trimbs bei Polch beginnt und dort auch wieder endet. Dazwischen liegen Wiesen und Wälder, jede Menge Schieferfelsen, das Flüsschen  Nette, ein altes Viadukt, ein – wohlgemerkt unbefahrener – Eisenbahntunnel und viele wunderbare Aussichten auf die Vulkankegel der Vordereifel .

Der „Nette-Schieferpfad“ mit Blick auf Welling

Besonders gut gefällt mir im ersten Drittel der Wanderung der Blick auf Wellling. Der in einer Senke gelegene Ort mit seinem markanten Kirchturm stellt sich immer anders dar, je nach Licht und Jahreszeit.

Welling im Scheinwerferlicht der Abendsonne

Bevor ihr diesen Ausblick genießen könnt, müsst ihr allerdings ein bisschen klettern. Auf mittelsteilen, schmalen Pfaden geht es über Felsen. Entlang an Schieferhalden. Es soll doch tatsächlich mal eine ganz verrückte Wanderin gegeben haben, die sich so eine Schieferplatte in den Rucksack gesteckt hat, weil sie die als Trittplatte für den Garten gut gebrauchen konnte. Wohlgemerkt ziemlich am Anfang der Wanderung. Das Ding hat zwei Kilo gewogen und meine Kinder lachen heute noch darüber.

Ich hoffe, ich schreibe mich jetzt nicht um Kopf und Kragen. Natürlich sollte sich nicht jeder so eine Schieferplatte mitnehmen, weil die Wanderer dann irgendwann mal an keiner Schieferhalde mehr vorbeikommen. Und natürlich hat die Schieferplatte wenige hundert Meter weiter auch wieder ein neues Zuhause gefunden.

Der „Nette-Schieferpfad“ ist immer pikobello sauber und gut begehbar. Dafür sorgt ein engagierter Wegpate. Hermann Nördershäuser aus Trimbs, der am Parkplatz beim Einstieg in den Rundwanderweg eine DVD mit vielen schönen Fotos vom Traumpfad anbietet. Das Geld ist für einen guten Zweck. Hermann Nördershäuser kennt den Weg wie kein anderer, denn er muss ihn ja immer wieder ablaufen um zu schauen, ob die Wegmarkierungen noch stimmen.  Die Wegmarkierungen verschwinden schon immer mal auf wundersame Weise. Komischerweise viel öfter als die Schieferplatten. Vielleicht weil sie leichter sind….

Mich begeistern an diesem Rundwanderweg vor allem die Schieferpfade, die an Felsen entlang und durch Felsformationen hindurchführen. Hier findet ihr keine „Wanderautobahnen“.

Wie auf allen „Traumpfaden“ gibt es auch am „Nette-Schieferpfad“ einen schönen Picknickplatz, insgesamt ist er allerdings nicht so umfangreich und modern möbliert wie andere Traumpfade habe ich den Eindruck. Macht nichts. Da er nicht so anstrengend zu gehen ist, muss man sich auch nicht so oft ausruhen.

Im Sommer kann es allerdings ganz schön heiß werden. Das Schiefergestein strahlt jede Menge Hitze ab und auf weiten Strecken geht es zwischen Feldern hindurch, über offene Flächen. Waldig wird es erst etwas später. Dann wenn wir an einem Forellenteich vorbei wieder ins Nettetal kommen.

Dort gibt es sogar einen richtigen kleinen Wasserfall und ich habe auch schon Leute in diesem Naturbecken baden sehen.

Meine Hündin Darja freut sich jedes Mal sehr über die willkommene Abkühlung. Wunderschön ist es hier. Unter der Woche ist auf dem „Nette-Schieferpfad“ lange nicht so viel los wie am Wochenende. Wer lieber alleine wandert und sich die Zeit nehmen kann, sollte sich also wochentags auf den Weg machen.

An heißen Tagen tut ihr gut daran, euch in der Nette noch mal richtig abzukühlen, denn danach wird es bald anstrengender, obwohl es alles in allem nur eine mittelschwere Tour ist. Ein Mückenspray ist übrigens in diesem Bereich des „Nette-Schieferpfades“ im Sommer auch eine gute Option.

Schöne Aussichten sind nach den meist nur kurzen Anstiegen immer garantiert. Und selbst die beiden Schweizer Sennenhündinnen Mahla und Lieschen scheinen sie zu genießen:

Einen tollen Ausblick hat man gegen Ende der Wanderung auch auf das Viadukt zwischen Polch und Mayen.  Über dieses Viadukt führt  der ebenfalls sehr schöne und emfpfehlenswerte Maifeld Radwanderweg.

Von den Höhen rund um Trimbs geht es wieder hinunter an die Nette. Über einen sehr steilen Weg und über steile Treppen. Vorsicht, wenn es nass ist.

Wer nach der dreieinhalbstündigen Wanderung eine Erfrischung braucht, muss sie sich die hier beim Wasserrad holen oder aber auf mitgenommenen Proviant zurückgreifen. An der Wanderstrecke gibt es keine Einkehrmöglichkeit. Es gibt zwar ein „Gasthaus zur Nette“ direkt am Parkplatz, das sieht aber fast immer geschlossen aus. Nur zwei Kilometer weiter mit dem Auto kann man jedoch sehr gut im Hotel-Restaurant  „Zur Post“ in Welling essen oder im Biergarten sitzen und sich bei einem kühlen Bier von der Wanderung erholen. Und übernachten kann man dort auch. Oder man fährt zum „Straßburger Hof“, der am Kreisel zwischen Mayen, Mendig und Ochtendung an der L 98 gelegen ist.

„Traumpfad“-Alternativen, Teilabschnitte, Abkürzungen

Vom Parkplatz unter einer großen Straßenbrücke in der Ortsmitte von Trimbs aus kann man einen schönen Spaziergang Richtung Mayen-Hausen machen. Auf einem zunächst asphaltierten und später befestigten Weg.

Da ich den „Nette-Schieferpfad“ mit meinem Hund sehr oft gehe, in den seltensten Fällen aber so lange unterwegs sein kann, halbiere ich den Traumpfad in der Regel. Meine 1 1/2 Stunden-Variante führt nach einem kleinen Abstecher ans Wasser kurz vor Hausen beim Pferdehof „Nettehof“ wieder zurück nach Trimbs.  Damit drücke ich mich auch um den anstrengendsten Teil, den Aufstieg von der Nette zum Maifeld-Radweg und dem ehemaligen Eisenbahntunnel.

Wer weder den halben noch den ganzen „Traumpfad“ gehen möchte, der kann eine ebenfalls sehr schöne Strecke als Alternative wählen. Sie führt vom Parkplatz zunächst zum Traumpfadeinstieg. Statt dann aber nach links den Burberg hoch zu wandern, gehen wir jetzt geradeaus weiter Richtung Welling.

Sehr schön zu gehen und im Sommer angenehm schattig. Es geht immer an der Nette entlang bis zu einer asphaltierten Straße. Hier kann man jetzt umkehren oder aber nach Welling rein laufen. Im Ort gelangt man wieder auf den „Traumpfad“. Hier ist aber nichts ausgeschildert und deshalb ist der Weg nicht ganz leicht zu finden, es sei denn man hat eine  dieser genialen Wanderapps wie z.B. die von Outdooractive:

https://www.outdooractive.com/de/tourenplaner/.

Nein danke, der ist mir dann doch zu schwer!

Wer an der Abzweigung nicht links nach Welling abbiegt, sondern weitergeht, der kommt über die Nette und kann bis zum Polcher Ortsteil Ruitsch laufen und von dort aus wieder denselben Weg zum Ausgangspunkt nach Trimbs zurück gehen. Alles eben und landschaftlich sehr schön und alles andere als überlaufen.

Das waren jetzt einige persönliche Impressionen vom „Traumpfad“ „Nette-Schieferpfad“. Sachlich und unverschnörkelt mit jeder Menge Detailinformationen, inklusive Wettervorhersage für den Wanderweg, gibt es das Ganze auch noch mal auf der  Homage der Traumpfade.

Und hier noch eine kleine atmosphärische Einstimmung, beruhigend, meditativ – die Nette:

4 Gedanken zu „Ein Traum von „Traumpfad“ – der „Nette-Schieferpfad““

  1. Hallo Martina,
    das ist eine schöne, abwechslungsreiche Tour, die Sie uns hier beschrieben haben.
    Auch in meinem Traumpfad Büchlein hat der „Nette-Schieferpfad“ schon mein Interesse geweckt.
    Aufgrund Ihrer schönen Fotos muss ich die Wanderung dort nun endlich mal in Angriff nehmen. Vielen Dank!
    Herzliche Grüße,
    Annette

  2. Hallo Frau Gonser! Der Weg war wirklich super, hat uns sehr gut gefallen. Ich werde mit Sicherheit noch häufiger dort hinfahren und mir den Traumpfad bei verschiedenen Jahreszeiten ansehen. Zu unserer Wanderung von vorgestern habe ich auf meinem Blog http://www.natuerchen.de einen Bericht mit einigen Fotos eingestellt.
    Viele Grüße und frohes wandern!
    Jessica Löffler

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