Himmel und Erde

Dieses Gericht, das aus dem Rheinland in die Eifel kam und dort zu einer Art Nationalgericht wurde, besteht aus einem Kartoffel-Apfelbrei mit gerösteten Zwiebeln und gebratener Blutwurst. „Himmel und Äd“ gibt es auch in abgewandelter Form.  Ich habe Rezepte gefunden, in denen die Äpfel in Scheiben gedünstet werden und so zu Kartoffelbrei und Blutwurst gegessen werden. So wie man das auch als Beilage zu gebratener Leber kennt. Am häufigsten kommt in der Eifel aber die Himmel-und-Erd-Variante Kartoffelbrei,  Blutwurst/Blootwoosch und Apfelmus/Appelschmeer auf den Tisch.

Auch in anderen Regionen kennt man „Himmel und Erde“.

„Himmel und Erde“ heißt das Gericht deshalb, weil die Äpfel im Himmel wachsen und die Kartoffeln aus der Erde kommen.

Himmel und Äd – Das Rezept

500 g mehlig kochende Kartoffeln
500 g Äpfel
100 g Sahne
1        Gemüsezwiebel
30 g   Zucker
          Zitronensaft
1        Ring Blutwurst
          Butter oder Butterschmalz zum Braten
          Salz, Pfeffer und Muskat

Himmel und Äd, der "Himmel" versteckt sich im Kartoffelstampes

Himmel und Äd, der „Himmel“ versteckt sich im Kartoffelstampes

Die Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden, Äpfel schälen und ebenfalls in kleine Stücke schneiden. Dann zuerst die Kartoffeln in ganz wenig Wasser weich kochen. Gegen Ende die gewürfelten Äpfel, den Zucker und etwas Zitronensaft dazu geben und mitkochen. Schon nach wenigen Minuten können Sie die Kartoffeln und Äpfel zusammen mit der Sahne, dem Pfeffer und dem geriebenen Muskat zerstampfen. Die Gemüsezwiebel in feine Ringe schneiden und in Butter oder Butterschmalz braten. Danach die Blutwurst in Scheiben schneiden und ebenfalls von beiden Seiten kross anbraten. Die gerösteten Zwiebelringe über den Kartoffelbrei geben und zusammen mit der Blutwurst anrichten. Manchmal wird auch noch ausgelassener Speck über den Kartoffelbrei gegeben. Sicherlich nichts für die schlanke Linie, aber sehr lecker. 

„Eifler Landhausschnitzel mit Blutwurst“

Günter Löffel von  „Löffel’s Landhaus“ in Münstermaifeld hat auf seiner Speisekarte eine weitere Variante von „Himmel und Äd“. Das „Eifler Landhausschnitzel mit Blutwurst“ und einer Zwiebelsoße. Die Blutwurst wird in eine Reibekuchenhülle verpackt. Das sieht dann so aus.

Wie die Reibekuchenpanada gemacht wird, erklärt Günter Löffel hier. Zum „Blutwursteifler“ wird auf Wunsch auch Apfelmus serviert.

Sauerkraut mit Leberwurst

Zusätzlich zur Blutwurst kann man auch noch  eine Heinzelmännchen Leberwurst,  dazu servieren. Dann gerne auch noch mit Sauerkraut. Mir persönlich schmeckt weder zu Blut- noch zu Leberwurst der Apfel im Kartoffelbrei. Dann lieber etwas Apfelmus zusätzlich auf den Teller geben. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Sobald Sauerkraut mit im Spiel ist, halte ich den Apfel ohnehin für verzichtbar. Denn dann gibt das Kraut dem Gericht die süß-saure Note.

Kartoffelbrei mit Sauerkraut und Leberwurst

Kartoffelbrei mit Sauerkraut und Leberwurst

Sauerkraut-Stampes

Wenn von Sauerkraut und Kartoffelbrei etwas übrig bleibt, wurde schon zu Urgroßmutters Zeiten beides vermengt und am nächsten Tag noch einmal aufgewärmt. Ich liebe dieses einfache Essen und am nächsten Tag schmeckt es sogar noch viel besser als ganz frisch gekocht.  Es ist  nicht leicht, ein wirklich appetitliches Foto vom Stampes zu machen, aber Vermischtes sieht halt so aus, und wer es kennt, dem wird auch bei diesem Foto das Wasser im Mund zusammen laufen.

Sauerkraut-Stampes

Sauerkraut-Stampes

Vielen Dank an Edith Richter aus Kottenheim, die mir das „Himmel und Äd“-Rezept  zur Verfügung gestellt hat. Eine ihrer beiden Großmütter kam  aus Köln, die andere aus der Eifel. Beide haben „Himmel und Äd“ regelmäßig auf ihrem Speiseplan gehabt. Edith Richters  Mutter ging es übrigens wie mir. Auch sie hat den Kartoffelbrei nicht gerne mit dem Apfelmus vermischt gegessen. Aber Edith Richter denkt ganz pragmatisch. Sie sagt: „Wer beides zusammen kocht,  muss nur einen Topf waschen.“

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