Eifeltypisches

Vokabeltrainer Eifeler Platt

Eifeler Platt auf MeineEifel

Im Vokabeltrainer Eifeler Platt sammle ich moselfränkische Dialekt-Ausdrücke, die von  Ort zu Ort variieren können. Es sind schon eine ganze Menge originelle Begriffe und  Redewendungen zusammengekommen.

Regelmäßig rufe ich auf der Facebook-Seite von MeineEifel dazu auf, Ausdrücke und Wörter in Eifeler Platt oder Lieblingsdialektwörter zu posten. Oder ich „höre“ mich in der FB-Gruppe „Eifeler Platt“ um. Deshalb kommen laufend neue Ausdrücke dazu. Es lohnt sich also immer wieder einmal auf den Vokabeltrainer Eifeler Platt zu schauen.

Spruch in Eifeler Platt auf Postkarte
Neu im Vokabeltrainer Eifeler Platt

Kullang: Straßenrinne, Regenrinne

Scheng: Hans, Johannes, Johann, kann auch schimpfen heißen oder guter Freund

Plümmo: Bettdecke

Schmek: Peitsche

Schmär: Butterbrot

Kascht: Harke

Plotz: Pfütze

jetiert: angezogen, fertig gemacht

Luschuhr: Schlitzohr

Plückprumm: Pfirsich

Knieeßböggdel, Knießbüggel, Knotterdöppen: Geizhals, schlecht gelaunte Person

Hüldopp, Knatschpott, Knatschböggel: Heulsuse, Jammerlappen

Dudeldoop: Kreisel, der mit einer Peitsche angetrieben wurde

Öjelche: kleine Augen

Ölljelche: kleine Zwiebeln

Hedlichkoa: Buchweizen (Heidekorn)(Speicher, Eifel)

Hedlichkneadel:  Buchweizenknödel

Heilischtsmächer: Brautwerber

Spejchertraap: Speichertreppe

Essen und Trinken

Brutscheffje: Brotbehälter

Öllischgeflums: Mutzemandeln, In Fett Ausgebackenes zur Karnevalszeit

Worbelen: Waldbeeren

Knürschel: Stachelbeeren

Omppere: Himbeeren

Worpelle: Blaubeeren

Päje: Pfirsich

Molberren: Heidelbeeren

Schmusemundes: Apfelmus

Andive, Andiveschlot: Endivien

Soumerke, Aierplutschen, Käteschlaapen, Fangaspeak, Beijebleech, Bletschotteln,

Kätteschöpp: Löwenzahn

Poppeköchekappesköppche, Roosekohl, Rouseköhlche,Sprute, Sprunte, Sprütjer: Rosenkohl

Buhnenschlupp: Bohnensuppe

Welkisch Kniedelen: Buchweizenknödel

Hunnesch, Hunnech: Honig

Zopp: Suppe

Jriewen: Speckgrieben

Tiere

Fräll: Forelle

Moodedier: Kuh

Moldroff: Maulwurf

Binne, Beje oder Beije: Biene

Käbächelchen, Kabelchelche, Kabeschhörnche, Kawäscherek, Kawäscherisch, Eechkätzje: Eichhörnchen

Seimunessen, Säjomes, Berromesse, Humatsele, Huhbääzel: Ameisen

Saaschhummeßehaaf, Seckomeshüwwel: Ameisenhügel

Masig: großes, schweres, bösartiges Pferd

Kawackat: Maikäfer

Bippelaadasche: Hühnerleiter

Kleidung

Juppe: Jacke 

Hiermaknef: Hemdknöpfe  

Schaaf: Garderobe/,Schrank

Dies und das

Gemülms, Gerempels: Durcheinander

Rampeleraasch: Aufwand, Mühe, „Dat es de Rampeleraasch net wert“, „Das ist die Mühe nicht wert.“

Jehööschnis: Geborgenheit, das eigene zu Hause, der eigene Grund und Boden

Diesem Begriff habe ich einen eigenen Artikel gewidmet: „Eifeler Platt – Jehöschnis – das spezielle Eifelgefühl“

Gehäichnis, Geheuschnis: Heimat, sich wohlfühlen, daheim sein

schöngele: betteln

Kaasch: Hacke mit 2 Zinken

Paraplü: Regenschirm

Bongett: Wiese hinter dem Haus

Halfgehang: dünner Mensch

Hejel: Jemand, der sich verrückt verhält

Schrabnell: Frau die geizig ist

Ze-ro-ba-bell: Frau die sich zu bunt angezogen hat

Döwelsdier: freches Mädchen

alte Schruz: alte Schachtel

Tuppes: Heini

Tohbatt, Stiggel: Jemand, der sich ungeschickt verhält

Topett: Jemand, der ungeschickt ist

radedoll: Jeck

Dilledöppche: sich drehender Kreisel

Bunnelatz: Bohnenstange

dängele: Sense schärfen

Häddel Desch, Eifeler Dialekt-Postkarte

zwu, zwäh, zwin: zwei (maskulin, neutrum, feminin)

mäulschesmåås: mundgerecht

Möhnepitter: Frauenversteher

makisch: schmusebedürftig

Mäderscher: Mädchen

norscht: gute Nacht

huhjestoch: eingebildet
bockstetzich: eigensinnig wie ein Bock

Blos mech obet Hööt: Blas mir aufs Haupt.Höfliche Umschreibung des Zitats des Götz von Berlichingen

Mager Lüüs biesse schärep: Warnung an einen der sein Vermögen verschleudert und dann verarmt

ferfieren: erschrecken

Deen do mooss ous menger Eck kommen: Du musst aus meiner Gegend kommen

Hohnermaan: Lebensgefährte der Tochter

Hillisch: Polterabend

Zur „Hillisch“ gibt es einen eigenen Blogartikel: Eifeler Platt  „Hillisch“ – Polterabend in der Eifel.

Dresser: Angsthase

Aadabesser: gefährlicher Zeitgenosse

Schouaten, Schouten: Taugenichts

Kierpdickelscher, Klucksen, Gaagele: Tannenzapfen

Gaalien, Hälepe: Hosenträger

Kullang: Straßengraben

Fischtemoped, Böschmopet: Kettensäge

Donnajissnomoal: wenn man sich über etwas ärgert

Oarschkrampen: unbeliebter Zeitgenosse

Et aß mir schoufel: Es ist mir/geht mir schlecht

Hackerstiiiwel: drückt Erstaunen oder Abscheu aus (Lux)

Majusebetter: Ausruf der Verwunderung

Flobbet: Gewehr

Schäselong: Sofa

batschcalw: etwas verraten

Schörchelstkretzer, Huaschtepotzer: Schornsteinfeger

Leitsgeheier: liebe gemeintes Wort für Nervensäge

Katzemäusje: Weidenkätzchen

hent: vergangene Nacht

fürlängs: vor längerer Zeit

Und hier hat mir eine Leserin einen ganzen Satz, bzw. kleine Geschichten zu bestimmten Ausdrücken geliefert:

„Dat os demm Stein sein Parpel“ = „Das ist Christines Schirm“

Molekrätzje: Mol= länglicher Holztrog, in dem der Brotteig angesetzt wurde. Krätzje= sozusagen das Substantiv zu kratzen. Bedeutung des zusammengesetzen Wortes: Wenn der Brotteig aus der Mol genommen wurde, ergab der letzte Rest, den man herauskratzte, um nichts umkommen zu lassen noch ein kleineres, etwas verhutzeltes Brot. Im übertragenen Sinn ist das Molekrätzje eine abwertende Bezeichnung für ein kränkliches  oder zu klein geratenes Kind. Besonders, wenn die Mütter schon älter waren, war es eine böse Anspielung auf die nachlassende Gebärfähigkeit. Im Schwäbischen gabs das Wort „Vereckerle“, was auch in die Richtung geht.

Jottserbärmesje: wörtlich: Gottserbarmeslein. Jottserbärmesje waren sehr kranke Kinder, bzw. Kinder mit geistigem oder körperlichem Handicap. In dem Wort schwingt aber auf jeden Fall wirkliches Mitgefühl mit.

Postkarte mit Eifeler Platt Ausdruck Mach et joht

Wie diese Postkarte, stammen auch alle anderen aus dem Eifelbildverlag. Dort gibt es auch mit Dialektsprüchen bedruckte Tassen.

Können Eifeler zärtlich sein?

An mich wurde die Frage herangetragen, was heißt „Liebevolle Umarmung“ auf Eifeler Platt? Ich habe die Frage in die Facebookgruppe „Eifeler Platt“ getragen und habe eine ganze Menge Vorschläge und Kommentare dazu erhalten:

Ejsch drecken dich gaanz fest

Loss dich ens deue

Ich donn dich ens feste knudele

Vasst äen d’n Arm holle

En dä Ärm nemme

Ervelbrostee det emmer jod (wortwörlich einen „Armvoll Brusttee“ – natürlich im scherzhaften Sinne)

Loss dich ens batsche

Komm her, ech well dich enz kröckse = Komm her, ich will dich mal umarmen

Los dich ens döje
Loas desch ahs fest dregge.
Ne Ärm voll Brosstee…..
Loss dich ens leev knuddele.
Loss dech ens janz fass ömärmele
Loss dech ens packe, hann esch och addens jehurt
Ein Gruppenmitglied schrieb noch dazu: „Mein Mann macht Mundartlieder (moselfränkisch platt) und stellt immer wieder fest, dass es für alles, was mit Gefühlen zu tun hat, kaum Platt-Wörter gibt. Die Eifeler Menschen waren früher wohl auch herzlich, sprachen aber nicht darüber und küssen rechts und links war noch nicht üblich.

Wunderschöne, gereimte Geschichten aus der Eifel mit hohem „Platt-Anteil“ finden Sie in diesem Blogartikel auf MeineEifel.

Sie wollen noch mehr Eifeler Platt? Dann empfehele ich Ihnen diese beiden Artikel auf meineeifel.de:

Eifeler Dialekt – Es lebe das Eifeler Platt!

Noch mehr Eifeler Platt

Wer unseren Vokabeltrainer ergänzen möchte…. immer her damit! Einfach Dialektwort und Übersetzung in die Kommentare schreiben. Wenn es dazu eine Geschichte gibt, dann bitte auch die noch dazu schreiben.

22 Kommentare
  1. H. Lenz sagte:

    Hallo,
    schöne Idee!
    Zur Präzisierung noch eine Anmerkung zu „Welkisch Kniedelen: Mehlklöße“:
    Im Unterschied zu „Korn“ (Koren), was in der Eifel das Brotgetreide Roggen bezeichnet, gibt es das „Wilde Korn“ (Well Koren). Damit wird der Buchweizen bezeichnet, eine anspruchslose Pflanze, die nicht zu den Getreidearten zählt, aber auf den kargen Eifelböden gedeiht und zur Nahrungssicherung genutzt wurde. Das Mehl ist wegen der begrenzten Backfähigkeit weniger für Brot geeignet, aber die Knödel daraus gab es früher auch mit Speck gebraten schon zum Frühstück als Energielieferant für harte Arbeitstage.
    Welkisch Kniedelen sind also ausschließlich Buchweizenknödel.

  2. S. Davids sagte:

    „Flobbet = Gewehr“ – – > ist mit Sicherheit genauso entstanden wie die Bezeichnung „Tempo“ für Papiertaschentücher. Louis Nicolas Auguste Flobert war ein französischer Büchsenmacher und Waffenentwickler, er lebte von 1819 bis 1894 und erfand eine bestimmte Patronenart und auch damit harmonierende Waffen, die in der Folge seinen Namen weithin bekannt machten.

  3. Martina Gonser sagte:

    Klingt absolut logisch. Danke für den Hinweis.Es wurde ja ohnehin viel aus dem Franzsösischen übernommen, das auch heute noch gebraucht wird: „Fissematenten“ z.B.

  4. Horst sagte:

    Eisch hunn de Krapp full… ich habe alle Hände voll…. im wörtlichen Sinn…. aber such wenn man beim koatespell alle Trümpfe hat!

  5. Silvia Hörz sagte:

    Hallo,
    bin durch Zufall auf dieses Seite gestoßen – eine tolle Idee!
    Da möchte ich doch gleich noch ein paar Wörter beisteuern:
    Schabällsche – kleiner Hocker
    Brämele – Brombeeren
    Impele – Himbeeren (steht oben schon, könnte man vielleicht noch ergänzen)
    Krompere, bzw. weiter rauf in der Eifel Schrumpere – Kartoffeln
    Schraße schröne Schrumpere – (gras-)grüne Kartoffeln
    muemorje – morgen früh
    Und dann noch
    Kätteschöpp oder Eierschöpp zu Löwenzahn (hat wohl die meisten Namen 😉 )

    Viele Grüße,
    Silvia Hörz

  6. Stefan Johann sagte:

    Maach kähn Fissematente. Geht zurück auf die napoleonische Besatzungszeit an der Mosel „ Visiter ma tente“

  7. Jo KOHN sagte:

    Toll dass es diese Seite gibt. Manche Erklärungen „hippen“ zwar ein wenig, Aber das macht ja nichts. Wichtig ist doch dass man noch davon weiss! Meine Familie stammt aus Dahnen und ich habe einen Teil meiner Kindheit in Prüm verbracht. Die Wëlkeschkniddelen (Wëlkuer=Heidekorn, die Franzosen kennen diese Mahlzeit auch, als „quenelles de sarrasin“) sind bei uns zuhause noch immer aktuell. Auch die Wëlkeschkichelcher oder Wëlkeschpankuchen. Es gibt noch verschiddene Zubereitungsarten. D’Moll oder Mull (der Teigtrog). Es war üblich dass man einen Teigrest behielt, den man entweder im Teigtrog oder im Bëffchen (warscheinlich ein französisches Überbleibsel des Buffet) des Takenschaf aufbewahrte. Dieser Teigrest wurde „Deesem“ in der Eifel und im ganzen Islek (deutsches Islek und luxemburgisches Éisléck) genannt. Dieser Teigrest säuerte weiter und wurde in den nächsten Brotteig eingearbeitet.

  8. Jo KOHN sagte:

    huhjestoch=eingebildet
    bockstetzich=eigensinnig wie ein Bock
    Blos mech obet Hööt=Blas mir aufs Haupt.Höfliche Umschreibung des Zitats des Götz von Berlichingen
    Mager Lüüs biesse schärep=Warnung an einen der sein Vermögen verschleudert und dann verarmt
    ferfieren=erschrecken
    Jriewen=Speckgrieben

  9. Martina Gonser sagte:

    Vielen herzlichen Dank für Ihre Eifeler-Platt-„Wort-Spenden“. Mit „hippen“ meinen Sie möglicherweise, dass manche Wort-Bedeutungen nicht ganz richtig sind? Wie übersetzen Sie „hippen“?

  10. Jost Christel sagte:

    Hallo, die Buchweizenknödel werden heute noch im Raum Büllingen/Belgien als „Knepp“ bezeichnet, hergestellt aus „Hedlich Mehl“, kommt wohl vom ursprünglichen „heidnischen Mehl“, die farine de sarazin, das Mehl der Sarazenen… wann diese den Buchweizen wohl hergebracht haben, das weiß wohl kein Eifler mehr.

  11. Birgit Theisen sagte:

    toll!!! Mie jäht et hetz off……ich hätte da noch als Ergänzung
    „Huhbääzel“ als Ameise – keine Ahnung, woher das kommt.
    „Grünschele“ = Stachelbeeren
    „Schäselong“ = Sofa oder ‚langer Stuhl‘ (Chaiselongue)

    en lewe Gruß von nem Kröfter Mührsche

  12. Alois Koster sagte:

    Hallo Frau Gonser,

    ich stamme aus dem Sprachraum um Speicher.
    Genau so eine Internetseite habe ich gesucht, auf der man Redewendungen, einfache Vokabeln etc. abladen kann bevor sie dem Schlaf des Vergessens für immer anheim fallen.
    Hier gleich ein Kommentar zu Buchweizen und Buchweizenknödel:
    Hedlichkoa – Heidekorn (Buchweizen), Hedlichkneadel – Heidekornknödel
    Heilischtsmächer – Brautwerber , usw.( Fortsetzung ) folgt !

    Herzliche Grüße Alois Koster

  13. Martina Gonser sagte:

    Lieber Herr Koster,
    das freut mich sehr, dass Sie auf meiner Seite gelandet sind. Da haben sich ja offensichtlich zwei gesucht und gefunden! Vielen Dank auch für die neuen Ausdrücke. Die werde ich direkt dem Vokabeltrainer hinzfügen. Liebe Grüße, Martina Gonser

  14. Susanne Hempel sagte:

    Liebe Frau Gonser,

    tolle Seite! Schön sind auch folgende Vokabeln/ Redewendungen aus dem Bettenfelder Platt/ Vulkaneifel:

    „Dähn schwätzt maisch hiarmiedisch“ – von dessen Gerede werde ich „hörmüde“

    oder „dat elo as en krailisch predittlisch dangen“ – ungefähr: das da ist ein ziemlich engebildetes Mädchen

    der Ausspruch meiner Großtante Lies: „Da beschtälste schien Gräß – die transpedären sich leicht und kusten neist“ – bestell schöne Grüße – die sind leicht zu transportieren und kosten nichts

    und das wunderschöne Gespräch, das wir als Kinder auswendig lernten: „Hän soht en sei soht. So soht sei hot hen gesoht, wie sull dat sein datt hän dat soht, dat sei dat su gesoht hot!“ – also: Er sagt und sie sagt. So sagt sie, hat er gesagt: wie soll das sein, dass er das sagt, dass sie das so gesagt hat!

    Liebe Grüße,

    dem Pitz Berny sein Susanne

  15. Susanne Hempel sagte:

    … und „Majusepitter“ heißt natürlich: „Maria – Josef – Peter (Petrus)“ als Anruf an die Heiligen – aber das wussten Sie sicherlich schon. Genauso wie „Atschüß“ von „Adieu“ – geh mit Gott abgeleitet ist.

  16. Katrin H sagte:

    Was für eine tolle Idee! Ich habe noch eine Frage: Gibt es ein Dialektwort für Hallo/ eine Begrüßung/ oder um Freude auszudrücken?

    Ich denke an so etwas wie SERVUS in Bayern, GUDE in Hessen oder MOIN im Norden.

    Falls ja, würde ich mich freuen!

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