Eifelkultur

Vokabeltrainer Eifeler Platt

Der Hessische Rundfunk hat auf Facebook dazu aufgerufen, Lieblingsdialektwörter zu posten. Ich habe den Post  geteilt und die Freunde von MeineEifel gebeten, ihre Lieblingswörter zu posten. 170 Kommentare habe ich daraufhin erhalten und jede Menge originelle Wörter, Ausdrücke und Redewendungen auf Moselfränkisch.  Und das sind sie:

Gemülms, Gerempels: Durcheinander

Halfgehang: dünner Mensch

Rampeleraasch: Aufwand, Mühe, „Dat es de Rampeleraasch net wert“, „Das ist die Mühe nicht wert.“

Dialektpostkarte vom Eifelbildverlag

Dialektpostkarte vom Eifelbildverlag

Hiermaknef: Hemdknöpfe

Jehööschnis: Geborgenheit

Gehäichnis, Geheuschnis: Heimat, sich wohlfühlen, daheim sein

Brutscheffje: Brotbehälter

Öllischgeflums: Mutzemandeln, In Fett Ausgebackenes zur Karnevalszeit

Worbelen: Waldbeeren

Tohbatt, Stiggel: Jemand, der sich ungeschickt verhält

Hejel: Jemand, der sich verrückt verhält

Bippelaadasche: Hühnerleiter

Knürschel: Stachelbeeren

Omppere: Himbeeren

Dialektpostkarte vom Eifelbildverlag

Dialektpostkarte vom Eifelbildverlag

Seimunessen, Säjomes, Berromesse: Ameisen

Welkisch Kniedelen: Buchweizenknödel

zwu, zwäh, zwin: zwei (maskulin, neutrum, feminin)

mäulschesmåås: mundgerecht

Möhnepitter: Frauenversteher

Molberren: Heidelbeeren

makisch: schmusebedürftig

Mäderscher: Mädchen

norscht: gute Nacht

Schmusemundes: Apfelmus

Deen do mooss ous menger Eck kommen: Du musst aus meiner Gegend kommen

Hohnermaan: Lebensgefährte der Tochter

Buhnenschlupp: Bohnensuppe

Soumerke, Aierplutschen, Käteschlaapen, Fangaspeak, Beijebleech, Bletschotteln : Löwenzahn

Dresser: Angsthase

Aadabesser: gefährlicher Zeitgenosse

Schouaten: Taugenichts

Kierpdickelscher, Klucksen: Tannenzapfen

Käbächelchen, Kawäscherek, Kawäscherisch: Eichhörnchen

Masig: großes, schweres, bösartiges Pferd

Saaschhummeßehaaf, Seckomeshüwwel: Ameisenhügel

Schouten: Taugenichts

Gaalien, Hälepe: Hosenträger

Kullang: Straßengraben

Fischtemoped, Böschmopet: Kettensäge

Donnajissnomoal: wenn man sich über etwas ärgert

Oarschkrampen: unbeliebter Zeitgenosse

Et aß mir schoufel: Es ist mir/geht mir schlecht

Hackerstiiiwel: drückt Erstaunen oder Abscheu aus (Lux)

Majusebetter: Ausruf der Verwunderung

Andiveschlot: Endiviensalat

Flobbet: Gewehr

batschcalw: etwas verraten

Kawackat: Maikäfer

Schörchelstkretzer, Huaschtepotzer: Schornsteinfeger

Leitsgeheier: liebe gemeintes Wort für Nervensäge

Katzemäusje: Weidenkätzchen

Dialektpostkarte vom Eifelbildverlag

Dialektpostkarte vom Eifelbildverlag

Sollten alle Dialektsprecher aus der Eifel das ein oder andere Wort als eindeutig nicht zugehörig empfinden, bitte melden. Ich bin nicht von Geburt an Eifelbewohner und nur eine  bescheidene Eifelchronistin. Da ist es gut möglich, dass sich hier ein Wort aus einem anderen Dialektgebiet dazwischen gemogelt hat.

Noch mehr Eifeler Platt gibt es hier und hier.

Wer unseren Vokabeltrainer noch ergänzen möchte…. immer her damit! Einfach Dialektwort und Übersetzung in die Kommentare schreiben. Wenn es dazu eine Geschichte gibt, dann bitte auch die noch dazu schreiben.

6 Kommentare
  1. H. Lenz sagte:

    Hallo,
    schöne Idee!
    Zur Präzisierung noch eine Anmerkung zu „Welkisch Kniedelen: Mehlklöße“:
    Im Unterschied zu „Korn“ (Koren), was in der Eifel das Brotgetreide Roggen bezeichnet, gibt es das „Wilde Korn“ (Well Koren). Damit wird der Buchweizen bezeichnet, eine anspruchslose Pflanze, die nicht zu den Getreidearten zählt, aber auf den kargen Eifelböden gedeiht und zur Nahrungssicherung genutzt wurde. Das Mehl ist wegen der begrenzten Backfähigkeit weniger für Brot geeignet, aber die Knödel daraus gab es früher auch mit Speck gebraten schon zum Frühstück als Energielieferant für harte Arbeitstage.
    Welkisch Kniedelen sind also ausschließlich Buchweizenknödel.

  2. S. Davids sagte:

    „Flobbet = Gewehr“ – – > ist mit Sicherheit genauso entstanden wie die Bezeichnung „Tempo“ für Papiertaschentücher. Louis Nicolas Auguste Flobert war ein französischer Büchsenmacher und Waffenentwickler, er lebte von 1819 bis 1894 und erfand eine bestimmte Patronenart und auch damit harmonierende Waffen, die in der Folge seinen Namen weithin bekannt machten.

  3. Martina Gonser sagte:

    Klingt absolut logisch. Danke für den Hinweis.Es wurde ja ohnehin viel aus dem Franzsösischen übernommen, das auch heute noch gebraucht wird: „Fissematenten“ z.B.

  4. Horst sagte:

    Eisch hunn de Krapp full… ich habe alle Hände voll…. im wörtlichen Sinn…. aber such wenn man beim koatespell alle Trümpfe hat!

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