Eifeltypisches, Literatur aus der Eifel

Gereimte Geschichten aus der Eifel von Rainer Ningel

Rainer Ningel hat wahre Begebenheiten in Reime verpackt und mal auf Eifeler Platt, mal auf Hochdeutsch Gedichte daraus gemacht. Gereimte Geschichten mit überraschenden Pointen, lustig und originell, nachdenklich und besinnlich. Vieles hat Rainer Ningel selbst erlebt. Der Ur-Eifeler lebt in Hambuch, im Kreis Cochem-Zell und möchte gerne sowohl den Dialekt als auch das Andenken an alte Traditionen bewahren.

Rainer Ningel, Hambuch, Autor von gereimten Geschichten aus der Eifel

„So war die Eifel“ von Rainer Ningel

Rainer Ningels erster Gedichtband ist 2009 erschienen. Der Eifeler und Professor für Sozialwissenschaften beschreibt keine außergewöhnlichen Ereignisse. Er beschreibt den Alltag der Menschen, der durch Arbeit, Landwirtschaft, Kirche und Kirmes geprägt war. In einer Zeit, in der die Eifel noch das Armenhaus Deutschlands war. Die Fahrt in eine größere Stadt oder die Kirmes und der Karneval waren bereits Unterhaltungshöhepunkte und Inbegriff des gesellschaftlichen Lebens. Der Hambucher erzählt von Junggesellenabschieden, von alten Traditionen wie dem Karfreitags-Kleppere oder der Fronleichnamsprozession in den 50er Jahren. Wir erfahren etwas über Eifeler Lebensweisheiten und über das Eifeler Traditionsgericht, den Deppekooche. Viele Eifeler werden ihre eigene Jugend in den anekdotischen Gedichten wiederfinden. Ihren Dialekt sowieso. Manche Gedichte sind ganz auf Eifeler Platt verfasst, andere teilweise und wieder andere sind nur auf Hochdeutsch. Bebildert ist das Ganze mit Fotos aus der damaligen Zeit aus Rainer Ningels persönlichem Familienalbum.

Rainer Ningel liest „Die Legitimation“

Ich habe zusammen mit Rainer Ningel drei Videos aufgenommen, in denen er aus seinen Büchern Gedichte liest. Dialekt muss man hören, auch wenn ein Teil der Gedichte in Hochdeutsch gehalten ist wie in diesem Fall:

„Die Eifel im Wandel“, von Rainer Ningel

In seinem zweiten Band beschreibt Rainer Ningel wie sich die Eifel im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verändert hat. Aber er erzählt auch davon, was geblieben ist. Aus Landarbeitern wurden Heimwerker und die Einschulung gestaltet sich inzwischen auch anders als anno dazumal. Rainer Ningel beschreibt die Eifeler Sturheit, erzählt vom Franzosen-Schang und vom Lompehannes. All das macht er sehr humorvoll, mit einem Augenzwinkern und ganz viel Einfühlungsvermögen in den Stamm der Eifeler, so dass  selbst eine Beerdigung nicht allzu traurig daher kommt:

Das pralle Eifelleben in den Büchern von Rainer Ningel

„So war die Eifel“ von Rainer Ningel, RMV-Verlag, 12 €

„Die Eifel im Wandel“ von Rainer Ningel, RMV-Verlag, 13 €

Die beiden Bücher von Rainer Ningel können Sie online im Shop des RMV-Verlags kaufen,  in der Buchhandlung Ihres Vertrauens bestellen oder bei Rainer Ningel persönlich erwerben: rainer.ningel@t-online.de, 02653/3293

Cover, So war die Eifel, gereimte Geschichten
Cover, Die Eifel im Wandel, gereimte Geschichten aus der Eifel

Der Autor Rainer Ningel

Was Rainer Ningel in seiner Freizeit alles schafft, ist bewundernswert. Er dichtet und schreibt nicht nur, er ist auch Vorsitzender der „Dorfakademie Hambuch“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben auf dem Land attraktiver zu gestalten. Dazu gehört die Organisation vieler Veranstaltungen. Hambuch etwas mehr als 700 Einwohner und liegt in der Nähe von Kaisersesch.  Rainer Ningel ist 1953 in Hambuch geboren. Er zog dann erst mal in die Stadt, kehrte aber 1987 wieder zurück in die Eifel. Er ist promovierter Erziehungswissenschaftler und lehrt an der FH in Koblenz. Wer so gut mit Worten und Reimen umgehen kann, ist natürlich auch im Karneval immer gerne gesehen. Hier steht Rainer Ningel regelmäßig in der Bütt. Im Video schildert er einen Schulausflug ins Pommerbachtal, gespickt mit  Eifeler Platt-:

„Stadt, Land, Frust“ – Kabarettprogramm mit Rainer und Matthias Ningel

2019 trat Rainer Ningel erstmals mit seinem Sohn Matthias auf. Matthias Ningel ist Musikkabarettist und hat bereits jede Menge Preise für seine sprach- und musikgewaltigen Auftritte gewonnen. Ich kenne Matthias noch aus seiner Schulzeit am Kurfürst-Balduin-Gymnasium in Münstermaifeld. Schon dort hat sich sein Talent in der Kabarett-AG abgezeichnet. Nachdem ich seinen Vater kennenlernte, war mir klar, von wem er das hat. Zusammen haben Vater und Sohn das Programm „Stadt, Land, Frust“ erarbeitet. Ich habe mir die Premiere in Hambuch angeschaut und war begeistert. Wie alle im ausverkauften Saal. Gut, man könnte jetzt sagen: „Klar, war ein Heimspiel für die Beiden“. Aber tatsächlich waren auch die Vorstellungen in anderen Eifel- und Hunsrückdörfern immer ausverkauft. Deshalb wollen die beiden 2020 noch mal zusammen auf die Bühne. Die Termine:

3.04., 18.00 Uhr, Ulmen, Sitzungssaal der Verbandsgemeinde
24.04., 19.30 Uhr, Kaisersesch, Vinothek Nick
19.09., 20.00 Uhr, Naunheim, Bürgerhaus
20.09., 17.00 Uhr, Kaisersesch, Altes Wasserwerk

Rainer und Matthias Ningel

Rainer und Matthias Ningel mit ihrem Programm „Stadt, Land, Frust“

Fortsetzung folgt

Dieser Blogbeitrag schreit geradezu nach einer Fortsetzung. Erstens, weil ich weiß, dass die Leser von MeineEifel Eifeler Platt lieben und zweitens, weil Rainer Ningel so viel über den Eifeldialekt und alte Eifeler Traditionen erzählen kann. Deshalb können Sie schon bald ein längeres Interview hören, das ich mit Rainer Ningel aufgenommen habe. Wir sprechen zum Beispiel über eine spezielle Form des Junggesellenabschieds oder über „Jehööschness“, ein Eifeler Gefühl, das man kaum beschreiben kann. Am besten, Sie abonnieren den Blog, was ganz am Ende der Startseite möglich ist. Dann werden Sie automatisch benachrichtigt, wenn es auf MeineEifel etwas Neues gibt. Kostenlos und ohne wenn und aber…

Mehr Eifeler Platt gibt es übrigens auf MeineEifel noch hier und hier und hier.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.