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Bärlauch – leckeres Frühlingskraut aus heimischen Wäldern

Bärlauch ist ein leckeres Frühlingskraut, das wir bei uns in den heimischen Wäldern finden können. Dieses Jahr ist er besonders früh dran und vielerorts duftet es schon seit zwei Wochen intensiv nach Knoblauch. Normalerweise wächst der Bärlauch im April und Mai, gerne entlang von Bächen oder zumindest in einer schattigen, feuchten Umgebung. Bärlauch gehört zu den Zwiebelgewächsen. Er hat grün glänzende, lanzenförmige Blätter, und sternförmige, weiße Blüten. Es wird immer wieder vor der Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen oder den giftigen Herbstzeitlosen gewarnt. Die riechen aber nicht nach Knoblauch. Also immer die Schnupperprobe machen.

Da ich in Zukunft nicht mit einem Bodyguard durch die Gegend laufen möchte, verrate ich mal nicht, wo ich meinen Bärlauch gepflückt habe. Ich würde mein Wissen gerne teilen, aber leidenschaftliche Sammler sind da sehr empfindlich. Es war auf jeden Fall in der Osteifel.

Bärlauch-Feld
Bärlauch im Wald

Kochen mit Bärlauch

Mit Bärlauch lassen sich leckere Gerichte zubereiten. Entweder verwendet man die Blätter zusätzlich zu einem grünen Salat oder in Soßen. Meistens wird das Wildkraut zu einem Pesto verarbeitet. Der Küchenchef vom „Eifelhof“ in Brohl hat mir sein Rezept verraten.

500 g Bärlauch, 250 g Parmesan, 250 g Cashewkerne, 1,5 l Pflanzenöl, 250 ml Olivenöl, 35 g Meersalz

Die 1,5 l Pflanzenöl sind kein Tippfehler. Fett ist bekanntlich ein Geschmacksträger und hier geht es um ganz viel Geschmack! Einen Teil des Öls sollten Sie auch bis zum Schluss aufheben. Es müssen auch nicht immer die teuren Pinienkerne fürs Pesto sein. Cashewcerner oder Walnüsse tun es genauso.

Der Bärlauch wird zusammen mit den anderen Zutaten püriert und in Gläser abgefüllt. Damit er seine schöne grüne Farbe behält, kommt zum Schluss eine etwa daumendicke Schicht Öl obenauf. Die sollte immer wieder nachgefüllt werden, wenn man etwas aus dem Glas verwendet.

Barlauch püriert

Vor dem Pürieren sollte man die Bärlauchblätter gründlich waschen und trockenschleudern. Hat man Pflanzen erwischt, die schon blühen, dann kann man auch die Blüten verwenden, vorzugsweise für einen Salat. Weitere Bärlauchrezpte habe ich in dem Buch „Ideenreich kochen mit essbaren Blüten“ zusammengetragen. Es kostet nur 4,95 Euro und Sie bekommen es entweder beim Verlag im Onlineshop oder bei ihrem Buchhändler vor Ort.

Sollten Sie beim Sammeln Bärlauch mit der Wurzel – oder besser gesagt: mit der Zwiebel – ausgerissen haben, dann können Sie den wieder einpflanzen, falls Sie einen Garten haben. Möglichst an einen schattigen, etwas feuchten Standort. Hat bei mir wunderbar geklappt. Leider reicht es noch nicht, um daraus ein Glas Pesto zu machen.

Bärlauch gewaschen

Bärlauchpesto  – vielseitig verwendbar

Bärlauchpesto eignet sich hervorragend für ein unkompliziertes Pastagericht: Spaghetti mit Bärlauchpesto und geriebenem Parmesan – schneller kann man nicht kochen.

Ich verwende auch immer einen Esslöffel Bärlauchpesto für Gemüsegericht, wie etwa meine heißgeliebte asiatische Gemüsepfanne mit Hähnchen und Reisnudeln.

Sehr schnell und sehr lecker sind auch Spaghetti mit Cocktailtomaten, Knoblauch, gerösteten Pinienkernen und Parmesankäse, verfeinert mit Bärlauchpesto und etwas Rucola obenauf.

Eine Bärlauchbutter schmeckt sehr gut zu frischem Chiabatta.

Spaghetti mit Bärlauchpesto
Spaghetti mit Tomaten, Parmesan und Bärlauchpesto

Bärlauchpesto aufbewahren

Im Kühlschrank hält sich das Pesto sehr gut ein paar Wochen. Als ich neulich beim Bärlauchsammeln Gleichgesinnte traf, erzählten die mir, dass sie ihr Bärlauchpesto schon ein Jahr lang im Kühlschrank aufbewahrt hätten. Wer diesem Ratschlag nicht traut, kann es genausogut in Gläsern oder kleinen Plastikdöschen einfrieren.

Im Übrigen freuen sich auch die Freunde immer über so ein essbares Mitbringsel!

Asiatisches Gemüse mit Bärlauchpesto

Bärlauch auf Facebook

Der Bärlauch hat sogar eine eigene Facebook-Gruppe, besser gesagt: die Freunde des Bärlauchs sind dort vertreten. Hier findet man Tipps, Tricks, Rezepte und den ein oder anderen Hinweis, wo es sich zu suchen lohnt.

1 Kommentar
  1. Gerd Eichmann sagte:

    Man bekommt sofort Appetit. Danke für den tollen Beitrag, auch wenn ich nicht der große Koch bin. Kann ja noch werden in Zeiten geschlossener Restaurants.

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