Eifelkultur, Literatur aus der Eifel

Das neue Bugazin „Endlich Eifel“ – mehr Eifel geht nicht

In dem neuen Bugazin „Endlich Eifel“ werden Orte, Traditionen, Landschaften und Menschen aus der Eifel vorgestellt.

„Bugazin“ ist ein Kunstwort, das der Verleger des Dauner Eifelbildverlages, Sven Nieder, aus „Buch“ und „Magazin“ zusammengesetzt hat. Denn das vorliegende Ergebnis ist eine Mischung von beidem: außen Buch und innen Magazin. Unterschiedliche Autoren beschreiben Landschaften, Ausflugsziele, Lieblingsorte oder Lieblingsmenschen. Liefern geologische und historische Hintergründe. Im Frühjahr ist Band 1 erschienen. Er hat den Titel „Gesichter der Eifel“. Jetzt ist Band 2 mit dem Titel „Lichter der Eifel“ herausgekommen.

„Zufluchtsort, Sehnsuchtsort und Heimat“

Das alles ist für die Herausgeber des Bugazins die Eifel. Einst war es verpönt in der Eifel zu wohnen, jetzt ist es geradezu chic, sich nicht nur für die Zeit eines Urlaubs, sondern gleich ganz in die Eifel zu flüchten. Diesem Trend gibt das Bugazin von „Endlich Eifel“ reichlich Nahrung. Zeigt es doch – wie MeineEifel das ja auch tut – was die Eifel alles zu bieten hat und dass das nicht gerade wenig ist.

Maar in der Vulkaneifel

Endlich Eifel Band 1, Gesichter der Eifel

Im ersten Band des neuen Bugazins geht es um die Maare in Daun und Ulmen und um Wanderungen mit Eseln. Die Stadt Gerolstein wird vorgestellt und auch das Döppekoocherezept von MeineEifel hat ein Plätzchen im Bugazin gefunden. Das Hohe Venn und die mittelalterliche Kasselburg sind Thema und alte Bräuche wie das Kleppern zu Ostern werden beschrieben. Die historische Senfmühle in Monschau, ein Imker und ein Eifelbäcker werden vorgestellt und der Bericht über die wilden Narzissen in Hellenthal macht direkt Lust, dort hin zu fahren. Für meinen Geschmack sind es ein bisschen viele Unternehmensportraits geworden, denn da ist ja noch ein Bericht über den „Eifel Dry Gin“ und seinen Brenner, über den Tofu-Hersteller in Wiesbaum, den Bäcker aus Dockweiler und einige mehr. Das wirkt auf den ersten Blick wie redaktionell aufbereitete Werbung. Die originellen Charaktere, die da beschrieben werden und die offensichtlich doch recht speziellen Produkte lassen den ersten Eindruck dann aber doch verblassen.

Esel auf einem Hügel
Endlich Eifel, Band 2, Lichter der Eifel

Im zweiten Band von „Endlich Eifel“ sind die Autoren mit dem Wohnmobil in der Eifel unterwegs, haben das Heimatmuseum in Kaisersesch und das Kloster Maria Laach besucht und den Schauspieler Rainer Laupichler vorgestellt. Er organisiert seit Jahren die Eifel-Kulturtage. Fußballfans freuen sich bestimmt über den Ausflug in die Eifeler Fußballgeschichte. Manuel Andrack hat sich offensichtlich nach Jahren noch einmal auf den Lieserpfad begeben und relativiert in dem selbstverfassten Artikel seine einstige Aussage vom Lieserpfad als dem „schönsten Wanderweg der Welt“. Stimmungsvolle Fotos von Fotografen aus der Eifel, die erklären wie für sie das perfekte Foto aussieht, haben dem Band seinen Namen gegeben. Etwas Kulinarisches gibt es auch wieder: Horst Heinrichs aus Kaisersesch hat ein paar Rezepte aus seinem bislang unveröffentlichten Kochbuch beigesteuert. Es sind Rezepte für Gerichte, die in den Eifelkrimis von Jacques Berndorf auftauchen. Eine originelle Geschichte, die mir sehr gut gefällt.

Cover des Bugazins "Endlich Eifel"

Mein Fazit:

Ein abwechslungsreicher Streifzug durch die gesamte Eifel, die Einheimischen als auch Urlaubern gut gefallen wird und viele Anregungen und Erkenntnisse vermittelt. Die einzelnen Texte fallen sprachlich und stilistisch sehr unterschiedlich aus, weil es eben ganz verschiedene Autoren sind, die hier schreiben. Das hat durchaus seine Vorteile. Ich hätte mir allerdings vor allem im Hinblick auf die Fotos mehr Hochglanz gewünscht. So ist das Bugazin in einem sehr harten Hardocer mit matten Bildern erschienen, und es liegt etwas schwerfällig und rauh in der Hand. Aber das ist ja auch oft der erste Eindruck, den die Eifellandschaft und seine Bewohner Fremden gegenüber hinterlassen. Erst wenn man beide besser kennenlernt, erkennt man, dass die Landschaft sehr viel lieblicher ist als gedacht, und dass ihre Bewohner einen weichen Kern haben. Genau so ist das mit dem Bugazin.

Beide Bugazine gibt es im Buchhandel oder online zu kaufen. Sie kosten jeweils 14,90 €. Ein dritter Band zum Thema „Wasser der Eifel“ wird demnächst erscheinen.

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