Eifelkultur, Literatur in der Eifel

Regionaler Jugendroman aus der Eifel – „Frag bloß nicht, wer dein Vater ist“

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Wie es zu dem Buch kam

15 Jahre lag das Manuskript meines Jugendromans „Frag bloß nicht, wer dein Vater ist“ bei mir in der digitalen Schublade. Ich scheute den Aufwand, es einem Verlag anzubieten. Als ich mit meinem Eifelblog anfing, lernte ich Sven Nieder vom Eifelbildverlag in Daun kennen. Ich erwähnte das Manuskript, dem ich zunächst den Titel „Fremder Vater“ gegeben hatte, und gab es Sven Nieder zu lesen. Es gefiel ihm gut und wir kamen ins Geschäft. Es sollten allerdings noch einmal zwei Jahre vergehen bis es lektoriert und veröffentlicht wurde. Hier ist es nun und ich freue ich sehr darüber.

Frag bloß nicht, wer dein Vater ist
Frag bloß nicht, wer dein Vater ist

Darum geht es:

Anna und Lea sind 13 Jahre alt und beste Freundinnen. Und beide haben sie so ihre Probleme mit ihren Müttern: Annas Mutter lässt sie regelmäßig wissen, dass sie in ihren Augen etwas zu pummelig ist. Lea versteht sich zwar gut mit ihrer Mutter, aber unter der Oberfläche versteckt sich ein stiller Konflikt: Ihre Mutter weigert sich, von dem Vater zu erzählen, den Lea nie kennengelernt hat.

So bleibt Lea nur eines übrig: Sie macht sich, zusammen mit ihrer besten Freundin, selbst auf die Suche. Je mehr sie über den fremden Vater herausfindet, umso deutlicher zeigt sich, warum die Mutter den Vater totschweigt.

Die Geschichte spielt in der Vordereifel: in Mayen, Münstermaifeld und Polch, aber auch in Koblenz und Cochem.

Kinder stark machen

„Frag bloß nicht, wer dein Vater ist“ behandelt eine Frage, die mich immer wieder – auch während meiner Arbeit als Gerichtsreporterin – beschäftigt. Wie gehen Menschen damit um, wenn sie sich schuldig gemacht haben? Vor allem aber: wie gehen andere damit um, wenn sich ein Angehöriger schuldig gemacht hat? Schuld und Vergebung sind ein zentrales Thema in meinem Roman.

Meine beiden Freundinnen – jede mit ihrem eigenen Problem – liefern aber auch noch jede Menge Stoff für mein zweites großes Thema: die Empathie – das Einfühlungsvermögen, das im täglichen Miteinander viel zu kurz kommt. Darüber hinaus will ich zeigen, wie wichtig es ist, dass Eltern ihre Kinder nicht verbiegen und klein machen, sondern zu selbstwussten Menschen heranziehen und stark machen. Das alles habe ich versucht, mit vielen Dialogen und in leichter Sprache, in eine unterhaltsame und spannende Handlung einzubinden.

„Frag bloß nicht, wer dein Vater ist“ spielt in der Eifel

„Frag bloß nicht, wer dein Vater ist“ spielt in der Osteifel, auf dem Maifeld. Meine Hauptfiguren leben in Polch, so wie ich. Sie gehen in Münstermaifeld in die Schule und fahren auf dem Maifeld-Radweg nach Mayen zum Eisessen. Im Laufe des Romans kommen sie nach Cochem und Klotten und auch regionale Spezialiäten wie der Döppekooche bleiben nicht unerwähnt.

Der 12jährigen Charlotte, die mein Manuskript als „Kinderlektorin“ kritisch gelesen hat, hat das sehr gut gefallen, weil sie so viel wieder erkannt hat und sich somit in dem Buch richtig zuhause gefühlt hat. Natürlich soll das Buch auch Jugendliche (und gerne auch Erwachsene) ansprechen, die mit der Eifel nichts am Hut haben. Die wird es aber bestimmt nicht stören. Schließlich lesen wir ja auch norwegische oder schwedische Krimis ohne die dort beschriebenen Orte zu kennen.

Frag bloß nicht, wer dein Vater ist von Martina Gonser
Frag bloß nicht wer dein Vater ist von Martina Gonser

Besonders freut mich, dass auch die Buchhändlerin und Jugendbuchbloggerin Verena Bothe „Frag bloß nicht, wer dein Vater ist“ auf ihrem Blog vorgestellt hat. Dort gibt es übrigens noch viele andere interessante Buchtipps.

Die Buchvorstellung als Podcast:

Leseprobe

»Anna-Katharina, wir müssen«, flötete Annas Mutter vom Flur aus durchs Haus. Anna stellte auf Durchzug.

»Die kann ruhig noch mal rufen«, dachte sie, »und wenn ihr dabei eine frisch gekämmte Haarsträhne verrutscht.«

Und tatsächlich klang die Stimme der Mutter jetzt schon nicht mehr so aufgekratzt, als sie ein Stück die Treppe zum ersten Stock hinaufkam, wohl in der Annahme, sie könnte sich damit besser Gehör verschaffen.

Im eleganten, lindgrünen Chanelkostüm stand Annas Mutter auf ihren schwarzen High Heels im Flur. Die seidenglänzenden blonden Haare sorgfältig gestylt. Jede Strähne dort, wo sie hingehörte.

Sie fuchtelte mit den Händen, als ob sie einen epileptischen Anfall hätte. Aber diese Handbewegung kannte Anna nur zu gut: Ihre Mutter hatte sich gerade die Nägel lackiert, und sie waren noch nicht ganz trocken.

Viele von Annas Klassenkameradinnen lackierten sich auch die Nägel, manche sogar grün. Das ging Anna völlig ab. Sie war froh, wenn keiner auf ihre Nägel schaute, die mal mehr, mal weniger abgeknabbert waren, immer aber kurz und kantig.

»Bitte schließe du die Türe ab, ich kann jetzt ganz schlecht«, sagte die Mutter.

Autofahren ging aber offensichtlich schon wieder. Jedenfalls machten sie sich auf den Weg zum montäglichen Yoga.

»Schau dir das Wetter an, Mama. Die anderen gehen jetzt ins Schwimmbad, und ich muss schon wieder in dieser muffigen Sporthalle sitzen«, brummte Anna. Yoga und Meditation waren Horror erster Güte für sie.

Denn es war ihr absolut nicht möglich, an gar nichts zu denken, wie das beim Meditieren ja verlangt wurde. Und sie hatte auch überhaupt keine Lust, sich auf ihren großen Zeh zu konzentrieren, wo es doch in ihrem Kopf nur so von bedeutenden Fragen wimmelte, auf die man eine Lösung finden musste.

Also nutzte sie die Zeit, während der ohnehin nur monotone Musik zu hören war, zum Nachdenken. Die Kursgebühr hätten sich die Eltern sparen können. Nachdenken konnte sie nämlich auch ganz gut im Bett. Abends, wenn das Schwimmbad geschlossen war. Aber Annas Mutter fand, dass Yoga und Meditation ganz, ganz wichtige Sachen seien, mit denen man gar nicht früh genug anfangen könne.

»Zur Herstellung deines seelischen Gleichgewichtes, Anna-Katharina«, hatte sie gesagt. »Wie nervös du bist, sieht man ja an deinen Fingernägeln. Und vielleicht bekommen wir ja damit auch dein Gewichtsproblem in den Griff. Für mich jedenfalls hat Yoga einen ausgesprochen entspannenden Effekt, den ich dringend brauche. Und wenn wir beide zusammen dort hingehen, macht es umso mehr Spaß.«

»Mein seelisches Gleichgewicht wäre nicht gestört, wenn du nicht andauernd an mir herummeckern würdest«, hatte Anna damals gedacht.

Neugierig geworden? Der Jugendroman „Frag bloß nicht, wer dein Vater ist“ kann in jedem Buchladen bestellt werden. Er ist im Eifelbildverlag erschienen und kostet

9.90 €.Ich biete zusammen mit dem „Leserattenservice“ von Eva Pfitzner aus Dieblich auch Lesungen in Schulen an: https://leserattenservice.de/lesung/martina-gonser/

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