Wer entschleunigen möchte, wer Lust auf den Duft von frischem Gras und das Plätschern eines gemütlichen Flusses hat, dem empfehle ich das Wandern auf dem Lieserpfad. Auf 74 Kilometer Länge führt der Lieserpfad durch schönste Eifellandschaft. Von seiner Quelle in der Eifel bis zur Mündung der Lieser in die Mosel. Über weiche Wiesenwege, federnden Waldboden, über kleine Brücken und schroffe Felsenpfade oder an Weinbergen vorbei. Aber es sind auch breite Waldwege mit dabei und Asphalt, wenn der Lieserpfad durch die kleinen Ortschaften oder auch mal über Wirtschaftswege führt. Selten habe ich mich so erholt gefühlt wie nach der 4-Tages-Tour auf dem Lieserpfad durch die Eifel. Der Lieserpfad zwischen Boxberg in der Eifel und Lieser an der Mosel eignet sich hervorragend als Übung oder Einstimmung für Wanderer, die sich etwa auf den Jakobsweg oder andere Weitwanderwege vorbereiten wollen. 

Wer völlig unbeschwert im wahrsten Sinne des Wortes wandern möchte, der kann bei der Moseleifel Touristik in Wittlich eine Wanderpauschale für die 4-tägige Lieserpfad-Tour buchen. Preis ab 179 Euro. Darin enthalten sind drei Übernachtungen, Informationsmaterial und ein schicker 24 l Rucksack der Firma FiftyFive. Der Wanderer wird an den Ausgangspunkt in Boxberg gefahren und wandert dann in vier Etappen nach Lieser. Zwischendurch schläft er in Hotels oder Pensionen, die an der Route liegen.

Der Gepäcktransfer für jeweils 15 Euro kommt noch mal extra dazu, und auch Lunchpakete kann man dazu buchen.


In 4 Tages-Etappen über den Lieserpfad

1. Etappe Lieserpfad: Boxberg – Daun

Länge: 15 km

Zeit: 3,5 – 4,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht

Diese Etappe hat mir ganz besonders gut gefallen. Die rund 15 Kilometer lange Wanderung beginnt an der Quelle der Lieser.

So wie die Lieser hier erst einmal abtaucht, wird man sie auch unterwegs oft vergeblich suchen. An saftigen grünen Wiesen entlang und auf weichen Wegen geht es nun erst einmal nach Daun. Hin und wieder wandert man durch lichte Wälder und durch den ein oder anderen kleinen Ort. Ein alter Mann steht im Hof und winkt mir zu. Er wünscht mir eine schöne Wanderung. Da geht man doch gleich noch mal besser gelaunt weiter. Immer wieder bieten sich schöne Aussichten in die Umgebung. Gleich zwei Mal komme ich an einem Sauerbrunnen vorbei. Einmal probiert, und schon weiß man, warum der Sauerbrunnen Sauerbrunnen heißt. Aber: Mineralwasser vom Feinsten. Trinkbecher inklusive.

Solche Sauerbrunnen werde ich auf den folgenden Kilometern noch mehr antreffen. Einmalig dagegen ist wohl dieser wunderschöne Rastplatz unter der Brücke der Autobahn A 1. So etwas habe ich tatsächlich noch nicht gesehen und angesichts des Autobahnlärms der von oben herunterdröhnt, frage ich mich: wer will hier sitzen? Aber die A 1 sieht aus der Entfernung ausgesprochen imposant aus und wenn man genau hinschaut, kann man unter der Brücke Wildvögel brüten sehen.

Für mich geht es deshalb weiter und schnell wird es wieder ruhiger und grüner. Eine ausgesprochen abwechslungsreiche Etappe, die immer wieder neue Überraschungen bereithält. Sie ist sehr gut auch für eine Wanderung mit Kindern geeignet, die sicher Spaß an den Tieren unterwegs haben. An den echten und an den unechten.

Nach rund 4 Stunden komme ich im Stadtpark von Daun am Ziel meiner ersten Wanderetappe auf dem Lieserpfad an. Ich brauche nur noch einen kleinen Anstieg hoch, schon bin ich mitten in dem hübschen kleinen Eifelstädtchen. Da es bei der Wanderung weder besonders steil nach unten noch nach oben geht, bin ich noch fit und mache einen Stadtbummel, bevor ich ins Hotel zum Übernachten gehe.