„Eifelfieber“ – spannender Eifelkrimi

„Eifelfieber“ – Spannender Krimi um Medikamentfälschung

Der Krimi ist regional, das Thema global: wer heute Medikamente im Internet bestellt, muss aufpassen, was er sich in den Mund schiebt. Nicht immer ist drin, was drauf steht und was drin sein sollte. Fast 4 Mio gefälschte Tabletten soll der deutsche Zoll 2015 sichergestellt haben. Da lobe ich mir doch meine Apotheke um die Ecke. Was im echten Leben eine richtige Sauerei ist, gibt im ausgedachten Leben einen tollen Krimistoff ab. Denn Andreas J. Schulte macht aus diesem Thema einen absolut spannenden, temporeichen Krimi.  Und weil Schulte in  Andernach wohnt, ist ganz klar, dass die Handlung im Schoß der Mutter aller Regionalkrimis spielt, nämlich in der Eifel.

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„Eifelfieber“ – Die Handlung

Als der bekannte Enthüllungsjournalist Roger Winkler plötzlich und unerwartet stirbt, geht die Polizei zunächst von Selbstmord aus. Seine Schwester glaubt nicht daran. Zusammen mit dem ehemaligen Militärpolizisten und Afghanistanveteran Paul David sucht sie nach den Hintergründen. Der im Einsatz verletzte David hat nur noch einen Arm und hat selbst sein Päckchen zu tragen. Trotzdem zeigt er vollen Einsatz im Laufe des Romanes. Zusammen mit seiner Tante betreibt Paul David einen Campingplatz im Pönterbachtal bei Andernach. Keine wirklich coole Location für einen Actionthriller – denkt ihr? Dann täuscht euch mal nicht. Hier geht es hoch her. Und auch an anderen Schauplätzen. Immer wieder wechselt die Erzählperspektive der beteiligten Personen, das macht den Krimi sehr unterhaltsam und spannend. Denn Paul David und die Schwester des Journalisten recherchieren nicht nur, sie geraten nach und nach selbst in den Fokus eines Verbrechersyndikats, das Medikamente fälscht und dabei über Leichen geht. Und das sind nicht wenige, im Gegenteil.  Und auch die Eifelkiller sind an Skrupellosigkeit kaum zu überbieten. Auch wenn das alles ein bisschen „too much“ erscheint, sehe ich es dem Autor nach. Denn der Krimi ist extrem spannend. So ist zum Beispiel bei dem Einzigen, der in einer brenzligen Situation helfen könnte plötzlich der Handyakku leer. Da kommt man als Leser ganz schön ins Schwitzen und es hilft nur eins: schneller lesen. Was nicht schwer fällt. Der Roman selbst hat viel Tempo, eine ausgesprochen schlüssige Handlung  und authentische Figuren. Ich hatte beim Lesen einen richtigen Film vor Augen. „Eifelfieber“ – ein Stoff, der sich meiner Ansicht nach hervorragend für eine Verfilmung eigenen würde. Schultes Schreibstil ist schnörkellos, journalistisch und sehr dialogreich. Paul David, ein Local Hero, der bald zum Serienheld werden könnte. Schulte schreibt gerade am zweiten Paul-David-Krimi: ich freue mich schon drauf.

„Eifelfieber“ mit ganz viel Eifelfeeling

Um es gleich vorweg zu sagen: den Campingplatz im Pönterbachtal gibt es nicht. Alle Eifelkrimifans, die sich gerne auf Spurensuche begeben, können ihre Schuhe also wieder ausziehen. Das Pönterbachtal bei Andernach ist Naturschutzgebiet, ein Campingplatz wäre dort gar nicht erlaubt. Ein Ausflug dorthin lohnt sich aber dennoch oder gerade deshalb. Die Handlung des Krimis ist aber ganz und gar nicht auf dieses Gebiet beschränkt. Die Medikamentenfälscher machen weite Teile der Eifel unsicher, und so führt uns der Krimi nach Nideggen, Heimbach, Kreuzau oder in die Wahner Heide und immer wieder nach Andernach.  Alles in der Eifel. Aber auch Frankfurt, Köln-Bonn oder Troisdorf sind Schauplätze des Geschehens. Wer nichts mit der Eifel am Hut hat, wird den Krimi trotzdem mögen, wer Eifelfan ist, wird sich über die Schauplätze, die er kennt, freuen.

Fantasie und Wirklichkeit bei „Eifelfieber“

Die Machart von „Eifelfieber“ erinnert mich sehr stark an die Krimis des gebürtigen Mayeners Wolfgang Kaes. Auch er greift aktuelle Themen auf, wie z.B. Menschenhandel oder den Handel mit infiziertem Blut. Das liegt sicher daran, dass sowohl Kaes als auch Schulte Journalisten sind. Und als Journalist fällt es einem eben nicht so leicht, nur die Fantasie spielen zu lassen. Zumal des Lebens ganze Fülle schon genügend Stoff bietet. Außerdem haben wir Journalisten ja einen Auftrag: wir wollen informieren. Information und Unterhaltung muss kein Widerspruch sein. Beides lässt sich in einem Krimi wunderbar verbinden, wenn man es richtig macht. Und Andreas J. Schulte macht es richtig. Ohne zu dozieren, schafft er es, um das Thema Medikanmentenfälschung eine spannende Geschichte zu entwickeln. Die einzige Gefahr besteht darin, dass man auf den Gedanken kommen könnte, dass solche Medikamentenfälscher ebenfalls nur Fantasiegestalten sind. Nein, die gibt es leider wirklich, und Andreas J. Schulte hat dann auch ein paar Fakten am Ende des Buches über dieses neue Betätigungsfeld skrupelloser Krimineller zusammengetragen.

„Eifelfieber“ ist im  Emons-Verlag erschienen und kostet 10,90 Euro.

Der Autor von „Eifelfieber“ – Andreas J. Schulte

Andreas J. Schulte ist in Gelsenkirchen geboren und lebt heute mit seiner Familie zwischen Andernach und Maria Laach in einer alten Scheune. Er arbeitet als Journalist und Autor.

Andreas J. Schulte

Als Journalist verfasst Schulte seit mehr als zwanzig Jahren Filme und Radiobeiträge für Privatsender und Firmen. Erst 2008 fing der 51jährige an zu schreiben, zuerst Kurzgeschichten, dann sehr erfolgreiche historische Regionalkrimis, die im mittelalterlichen Andernach spielen und einen Eifelkrimi-Reiseführer. „Eifelfieber“ ist sein erster Action-Thriller.

Andere Bücher von Andreas J. Schulte:

wer-mordet-in-der-eifel

die-toten-des-meisters

 

 

 

 

Wer mehr über den Autor, seine Bücher oder auch über seine Recherchen zum Thema Medikamentfälschung erfahren möchte, dem empfehle ich die  Webseite von Andreas J. Schulte.

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